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„Digitaler Generationenkonflikt“
JU-Chef Philipp Mißfelder: Debatte über mehr Medienkompetenz statt über weitere Verbote führen.

Die Debatte über Computerspielverbote und den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet läuft. Wie ist die Position von JU-Chef Philipp Mißfelder? Fragen und Antworten im folgenden Kurzinterview.

Immer wieder wird das Verbot sogenannter Killerspiele gefordert. Wie steht die Junge Union dazu?
 
Philipp Mißfelder: Wir sind gegen ein weiter reichendes Verbot von Computerspielen. Die Verbotsdiskussion führt am eigentlichen Kern des Problems vorbei: Es geht um die Verantwortung von Eltern und Familien – vor allem um deren Medienkompetenz.

Was ist die Alternative zu Verboten?
 
Philipp Mißfelder: In Deutschland haben wir bereits eines der strengsten Jugendschutzgesetze weltweit. Dies muss erst einmal angewendet werden. Die Einwände der Community müssen ernster genommen werden.

Wie ist diese Verbotsdebatte zu erklären??
 
Philipp Mißfelder: Es handelt sich bei diesen Fragen um eine Art „digitalen Generationenkonflikt“. Viele Ältere kennen Internet und Games nicht. Kürzlich gab ein hochrangiger Innenpolitiker – nicht aus der CDU/CSU – zu, dass er dachte, Paintball sei ein Computerspiel. Das sagt einiges.

Die Piratenpartei scheint recht populär zu werden. Vernachlässigen andere Parteien diese Thematik?
 
Philipp Mißfelder: Die Piratenpartei selbst ist absolut unseriös. Die CDU muss allerdings die Anliegen der Internetcommunity endlich ernster nehmen. Sollte sich die Piratenpartei mit ihrem Programm durchsetzen, würde die gesamte Kreativwirtschaft im Netz kein Geld mehr verdienen können. Allen Künstlern, allen Journalisten, allen Filmschaffenden würde das Geschäftsmodell zerstört werden. Am Ende leidet der Konsument.

Welche weitere Bedeutung hat die gesamte Debatte?
 
Philipp Mißfelder: Das Internet und auch die Computerspielwelt werden in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Die Parteien müssen sich darauf einstellen. Zugleich darf das Internet kein rechts- und moralfreier Raum sein. Bereits heute ist die Computerspielindustrie eine der großen Zukunftsbranchen in Deutschland. Diese Entwicklung darf nicht gefährdet werden.

[07.07.2009]
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