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Junge Union - Zeitachse
1991-2000
![]() Der irakische Diktator Saddam Hussein überfällt Anfang des Jahres den Nachbarstaat Kuwait. Die Haltung der Jungen Union ist eindeutig: Sie verurteilt den Überfall und fordert internationale Solidarität mit Israel ein, das von Angriffen irakischer Scud-Raketen betroffen ist. Bundesweit organisieren Kreis- und Landesverbände der JU Demonstrationen gegen die Aggressionspolitik des irakischen Diktators. Der Deutschlandtag in Trier steht ganz unter dem Eindruck der weltpolitischen Krisen. Unter dem Motto: "Wir sind ein Volk. Wir sind eine Welt!" diskutieren die Delegierten über die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, den beginnenden Bürgerkrieg im sich auflösenden Jugoslawien und den missglückten Putsch in der Sowjetunion. Hinsichtlich der Balkan-Krise macht JU-Chef Hermann Gröhe in der ältesten Stadt Deutschlands klar: "Wir stehen auf der Seite des Völkerrechts! Den Eroberungskrieg der Serben verurteilen wir aufs Schärfste." 1992 Auf einer Fachtagung mit der Überschrift "Scientology. Macht, Kommerz und Psychoterror im Namen der Religion" leistet die Junge Union im Sommer Aufklärungsarbeit über die totalitären Praktiken der umstrittenen Sekte. Das Fazit der eingeladenen Experten ist eindeutig: Die Ideologie der Scientologen sei ein Anschlag auf die freiheitliche Demokratie im Deckmantel der Religion. Neben gesellschaftspolitischen Themen bildet die Umwelt- und Klimaschutzpolitik einen wesentlichen Schwerpunkt des JU-Engagements im Jahr 1992. So sprechen führende Vertreter der Jugendverbände mit dem damaligen Bundesumweltminister und späteren Chef des UN-Umweltprogramms Prof. Dr. Klaus Töpfer über die ungehinderte Abholzung des tropischen Regenwaldes und den zunehmenden Ausstoß gefährlicher Treibhausgase. Der Deutschlandtag in Dillingen beschäftigt sich intensiv mit dem Prozess der euopäischen Integration nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Das zusammenwachsende Europa ist seit ihrer Gründung ein fester Bestandteil der Politik der Jungen Union. 1993 Eine Bundestagsrede von Stefan Schwarz, dem Landesvorsitzenden der Jungen Union Rheinland-Pfalz, sorgt für Gesprächsthema. Schwarz schildert die Eindrücke, die er während einer Reise ins jugoslawische Krisengebiet gewonnen hat. Detailliert berichtet er von den grausamen Foltermethoden der Serben und fordert den zögerlichen Bundesaußenminister Klaus Kinkel auf, endlich zu handeln und den massiven Menschenrechtsverletzungen nicht weiter zuzuschauen. Der Bundesvorstand der Jungen Union appelliert unter dem Slogan "Bosnien braucht Europas Einsatz - Jetzt!" dafür, den Gräueltaten auf dem Balkan ein Ende zu setzen. 1994 Im Bundestagswahlkampf startet die Junge Union eine ihrer kreativsten Kampagnen. Mehr als 150.000 "Scharp-Shaver" und überdimensionale Rasierer auf SPD-Parteiveranstaltungen sollen ironisch für eine "Politik ohne Bart" werben. Die Unionsparteien unter Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl gewinnen die Wahl gegen den sozialdemokratischen Herausforderer Scharping deutlich.
Klaus Escher tritt die Nachfolge von Hermann Gröhe an und wird zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt. Den ungewöhnlichsten Wahlsieg des Jahres erringt Marte Helberg. Die 19-jährige Beisitzerin eines JU-Ortsverbandes in Hamburg wird zur "Miss World Deutschland" gewählt. 1995 Seit September ist die Junge Union Deutschlands im Internet erreichbar und präsentiert ihre Politik unter der Adresse www.junge-union.de. Politische Arbeit, Mitgliedermobilisierung und Kampagnenführung der Jungen Union sind ohne dieses Medium heute kaum mehr denkbar. Ganz im Zeichen des multimedialen Fortschritts steht auch der Deutschlandtag in Fulda, zu dem sich hunderte von Delegierten, Gäste und Journalisten versammeln und sich Gedanken über die Chancen und Risiken der globalen Informationsgesellschaft machen. 1996 Als ein Zeichen gelungener deutsch-polnischer Aussöhnung findet der Deutschlandtag in der sächsichen Grenzstadt Görlitz an der Oder statt. Die Auftaktrede hält ein christdemokratischer Vordenker, Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf. 1997 Die Junge Union feiert ihr 50-jähriges Bestehen im Rahmen eines Festaktes in Königstein im Taunus, wo vor einem halben Jahrhundert die Jugendorganisation gegründet worden war. Die drei Gründungsmitglieder Richard Stücklen, Rudolf Luster und Rudolf Birkl sowie fast alle Bundesvorsitzenden der vergangenen 50 Jahre von Dr. Gerhard Stoltenberg über Dr. Egon Klepsch, Jürgen Echternach, Matthias Wissmann bis hin zu Dr. Christoph Böhr und Hermann Gröhe ließen es sich nicht nehmen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl betonte in seiner Festrede, dass die Zeit in der Jungen Union für ihn persönlich ein Stück seines Lebens sei. Die Junge Union habe alle Erfolge und Niederlagen der Partei mitgetragen. ![]() 1998 Unter dem prägnanten Slogan "Bleib cool - keep Kohl!" zieht die Junge Union in den Bundestagswahlkampf. Zehntausende JUler stehen an den Wahlkampfständen, gehen von Tür zu Tür, klebten Plakate, organisieren Partys, treten als aussichtsreiche Kandidaten in den Wahlkreisen für CDU und CSU an - und trotzdem verliert die Union am 27. September die Bundestagswahl. Die 16-jährige Ära Kohl endet und mit ihr die Position der JU als "Regierungsjugend".
Die Bundesgeschäftsstelle der JU zieht von Bonn nach Berlin. Hildegard Müller bemerkt dazu: "In Berlin pulsiert das Leben. Dass wir noch vor der CDU-Bundespartei in die Hauptstadt ziehen, bekräftigt unsere Vorreiterolle innerhalb der Union. Die eigene organisatorische Struktur ist auch Zeichen unserer freundschaftlichen Unabhängigkeit von den Mutterparteien." Die erste "Untermieterin" in der JU-Bundesgeschäftsstelle ist die damalige CDU-Generalsekretärin Dr. Angela Merkel. Die heutige Bundeskanzlerin unterhält bis zum Umzug der CDU-Zentrale ein provisorisches Büro in der Inselstraße.Im Februar gewinnt der ehemalige stellvertretende JU-Chef Roland Koch die Landtagswahl in Hessen und löst damit die seit Jahren in Wiesbaden regierenden Sozialdemokraten ab. Während des Deutschlandtages in der thüringischen Kulturstadt Weimar legt die Junge Union den Grundstein für eine Debatte über eine neue generationengerechte und nachhaltige Politik. In einem thematischen Schwerpunkt erinnert das JU-Magazin "Die Entscheidung" an den Fall der Mauer vor zehn Jahren. 2000 Berichte über finanzielle Ungereimtheiten der CDU bestimmen die Nachrichtenlage zu Beginn des neuen Jahrtausends. Der Rücktritt Wolfgang Schäubles vom CDU-Partei und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzes sorgt für eine Zäsur. Im Hinblick auf den CDU-Parteitag in Essen betont die JU-Bundesvorsitzende Hildegard Müller, dass die Junge Union deutliche Schritte hin zu einer programmatischen, strukturellen und personellen Erneuerung einfordern werde: "Das ist die Stunde der Jungen in der Union. Wir werden sie nutzen. Die Christdemokratie bleibt das faszinierenste politische Projekt des neuen Jahrtausends." Mit Tanja Gönner, Hildegard Müller, Katherina Reiche und Philipp Mißfelder werden in Essen vier JU-Mitglieder in den CDU-Bundesvorstand gewählt, um die Interessen der jungen Generation zu vertreten. Den Höhepunkt des JU-Jahres bildet Ende des Jahres der Deutschlandtag in Koblenz. Als Gastrednerin konnte die Junge Union die neugewählte CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel begrüßen. |
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