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¨Vatikan darf keine unterlassene Hilfeleistung erzwingen¨
JU-Chefin bittet Bischöfe eindringlich zum Verbleib im Beratungssystem
Müller bittet die deutsche Bischofskonferenz ¨eindringlich¨ an ihrem ¨weisen Beschluߨ vom Februar dieses Jahres festzuhalten. Als Alternative zum vom Vatikan kritisierten Beratungsschein hatten die deutschen Bischöfe einen ¨Beratungs- und Hilfeplan¨ vorgeschlagen. ¨Dieser Weg hätte eine Brücke sein können für viele Frauen, die in Konfliktsituationen Rat und Hilfe suchen. Dabei kann es nur um ein ergebnisoffenes Angebot gehen. Wer für das Leben beraten möchte, der muß Räume schaffen, die Menschen in Not auch annehmen können. Entscheidungen in solcher Tragweite lassen sich nicht diktieren¨, so Müller. Der Vatikan müsse sich darüber im Klaren sein, ¨daß er die Kirche in Deutschland jeder Option¨ beraube, ¨aktiv für das Leben zu beraten¨. Durch einen Rückzug stärke sie ¨fahrlässig jene Stellen, die für die Abtreibung beraten¨, erklärte die JU-Chefin. ¨Es darf nicht sein, daß hier mit einer ¨Pilatus-Moral¨ die unterlassene Hilfeleistung gerechtfertigt wird.¨ Müller wörtlich: ¨Sollte sich die Weisung aus Rom tatsächlich bestätigen, wünsche ich den deutschen Bischöfen die Weisheit und Kraft, die dazu führt, daß die kirchlichen Stellen ihre hochqualifizierte Beratungsarbeit fortsetzen können. Der Erfolg und die Reichweite
ihrer Arbeit hängt entscheidend davon ab, ob sie im staatlichen System verbleiben wird oder nicht.¨
[19.06.1999]
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