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Ladenschluß Flexibilisieren!
JU fordert werktags unbegrenzte Öffnungszeiten
¨Die derzeitig bestehende Regelung führt zu Wettbewerbsverzerrungen¨, so Hildegard Müller. ¨Bahnhöfe, Flughäfen und Kinos profitieren längst von der restriktiven Handhabung der Ladenöffnungszeiten in Deutschland. Mit überhöhten Preisen zu Zeiten außerhalb der gängigen Ladenschlußzeiten machen sie ein mehr an Umsatz auf Kosten der Verbraucher. Tankstellen machen inzwischen 50% ihres Umsatzes durch das Betreiben von kleinen Supermärkten. Hier sind die Preise um durchschnittlich 10% höher als im normalen Einzelhandel. Längst umgehen auch Versandhäuser das Ladenschlußgesetz mit dem Angebot eines 24-Stunden-Bestellservice. Ein Ausgleich tut Not.¨
Die flexible Gestaltung von Arbeitszeiten und der flexible Einsatz von Arbeitskräfte werde heute auch weitgehend von den Gewerkschaften als notwendig anerkannt. ¨Nur über solche Mechanismen ist eine individuelle Anpassung der Unternehmen an ihr wettbewerbliches Umfeld möglich. Davon darf der Einzelhandel nicht auf Dauer ausgeschlossen werden¨, fordert die JU-Chefin. Die Junge Union Deutschlands befürworte die Liberalisierung der Öffnungszeiten im Einzelhandel, spreche sich jedoch weiterhin für die Beibehaltung eines Ladenschlußgesetzes aus. Sie setzt sich daher für unbeschränkte Öffnungszeiten an Werktagen ein. Samstags und vor Feiertagen sollen die Geschäfte bis 18.30 Uhr geöffnet bleiben dürfen. An Montagen und nach Feiertagen sollen Geschäfte bereits ab 6.00 Uhr öffnen dürfen. Sonn- und Feiertags bleiben die Geschäfte - nach Vorstellung der Jungen Union geschlossen. Hildegard Müller wörtlich: ¨Das Einkaufsverhalten von Verbrauchern hat sich verändert. Die bestehende Ladenschlußregelung kommt den Wünschen von Verbrauchern heute nicht mehr nach. Mit der Ausweitung von Gleitzeitregelungen und Schichtarbeit haben sich die Ansprüche von Konsumenten verändert. Nur noch 27 % der Arbeitnehmer in Deutschland haben noch im herkömmlichen Sinne geregelte Arbeitszeiten. Gerade Berufstätigen fehlt somit die Möglichkeit zum Einkaufen. Dies zeigt sich deutlich an samstäglich überfüllten Innenstädten. Das von uns vorgeschlagene Konzept wäre ein guter Ausgleich zwischen den Verbraucherinteressen und denen der im Einzelhandel tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.¨ [06.08.1999]
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