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JU-Chefin Müller: Bildungssystem bremst Entwicklung der Starken und der Schwachen
Junge Union zur internationalen PISA-Studie und zum Bildungsnotstand in Deutschland
¨Pisa hat die schlimmsten Befürchtungen über das deutsche Bildungssystem bestätigt: Im internationalen Vergleich sind die deutschen Schülerinnen und Schüler weit abgeschlagen. Die Pisa-Studie untersucht die Fähigkeiten von Schülern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin hatte am Dienstag die deutschen Ergebnisse des ersten Teils (Lesefähigkeiten) der Untersuchung vorgelegt. Dabei lag Deutschland unter 32 Industriestaaten auf Rang 25. Dabei ist das deutsche Resultat nicht nur in der Spitzengruppe 5 (höchste Kompetenzstufe) mit knapp neun Prozent schwach und noch unter dem OECD-Durchschnitt. In Deutschland fällt auch fast jeder zehnte 15jährige nach unten aus der Bewertungsskala, indem er die niedrigste Kompetenzstufe 1 unterschreitet. Der OECD-Durchschnitt beträgt sechs Prozent. Dazu Müller: ¨Bei der Grundfähigkeit Lesen zum Beispiel weist unser Land nicht nur ein schlechtes Ergebnis in der Spitze auf. Noch erschreckender ist das Ergebnis im unteren Bereich. Dies zeigt: Die ständig wiederholte Behauptung, der allgemeine Durchschnitt würde steigen, wenn man die Leistungsstarken nur lange genug auf diesen Durchschnitt herunterziehe, ist falsch. Nivellierung à la Gesamtschule bremst nicht nur die Besten sondern behindert auch den Fortschritt der Schwächeren und nimmt der jungen
Generation ihre Zukunftschancen. Die jungen Menschen in unserem Land haben besseres verdient. Sie brauchen ein möglichst breites schulisches Angebot, das ihnen die Möglichkeit zur vollen Entfaltung ihrer persönlichen Fähigkeiten lässt, ihre Kernkompetenzen stärkt und sich den Erziehungsauftrag mit den Eltern teilt. Dazu zählt frühzeitige Ausdifferenzierung bei bleibender Durchlässigkeit zwischen den Schulformen für die ¨Spätstarter¨. Die jetzige Bildungslandschaft ist vor allem in den SPD-regierten Bundesländern geprägt von alten Gleichmacherei-Ideologien aus den 70er Jahren. Dieser bildungspolitische Menschenversuch an einer ganzen Generation muss endlich aufhören. Um die längst bekannten Defizite auszugleichen, brauchen wir endlich eine Bildungsreform.¨
[06.12.2001]
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