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Junge Union: Nein zur Einheitsschule!
Zur Forderung rot-grüner Politiker, als Ergebnis der OECD-Studie zum Zustand des deutschen Bildungswesens das dreigliedrige Schulsystem zu kippen und an dessen Stelle die Einheitsschule zu setzen, erklärt der bildungspolitische Sprecher der Jungen Union Deutschlands, Tom Zeller:

„Die Mottenkiste provinzieller Gleichheitsideologie in der Schulpolitik ist wieder ganz weit geöffnet: Kaum zeigt die aktuelle OECD-Bildungsstudie die Unterfinanzierung und Defizite des deutschen Schulwesens auf, verfallen rot-grüne Politiker auf den Irrweg der Einheitsschule. Gipfel dieser Selbsttäuschung ist die Aussage des Thüringer SPD-Chefs Christoph Matschie, der beflissen äußerte, das dreigliedrige Schulsystem passe ‚eher zu einer mittelalterlichen Ständeordnung als zu einer modernen Gesellschaft'. Deswegen sei die ‚Schule für alle' wesentlich erfolgreicher als die frühzeitige Sortierung der Kinder. Es verwundert, mit welcher Ahnungslosigkeit jahrzehntelang gescheiterte Experimente, in deren Folge gerade Gesamtschulen in rot-grün regierten Ländern die schlechtesten Ergebnisse bei Pisa aufweisen, ignoriert werden, um statt dessen die bildungspolitischen Debatten der siebziger Jahre zu wiederholen. Ebenso unhaltbar ist es, ungeniert zu Lasten der Schüler ideologische Lehrsätze einer in die Jahre gekommenen 68er-Gerneration zu exerzieren. Die Zusammenlegung von Schultypen löst keines der in der Studie angesprochenen Probleme. Vielmehr wird es darauf ankommen, das Lernen an sich wieder als Wert zu erkennen und ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem der Begriff Leistung positiv besetzt ist. Eine umfassende Reform des deutschen Bildungswesens muss sich an den deutschen Pisa-Siegern Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen orientieren, die allesamt über ein dreigliedriges Schulsystem mit einer deutlichen Leistungsorientierung verfügen. Hinzu müssen kleinere Lerngruppen und verbessertes Lehrmaterial kommen. Es rächt sich erneut, dass das deutsche Bildungssystem mit einem Anteil von nur 9,7 Prozent an den öffentlichen Ausgaben unterfinanziert ist, während im Durchschnitt der OECD-Länder 12,7 Prozent für diesen Bereich aufgewendet werden. Statt Gleichmacherei ist ein Umdenken erforderlich, denn jeder Euro, der in ein differenziertes Schulsystem fließt, sichert die Zukunftsfähigkeit Deutschlands!"

[16.09.2004]
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