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JU: Deutschland Exportweltmeister junger Talente

„Forschung lebt vom grenzüberschreitenden Austausch. Hierdurch wird Wissen erworben und werden Kontakte geknüpft, die für Deutschland unabdingbar sind. Mobilität von Wissenschaftlern ist somit eine Notwendigkeit. Wenn viele deutsche Forscher während ihrer akademischen Blütezeit jedoch häufig ohne Rückfahrschein ins Ausland aufbrechen, wird daraus ein ernstes Problem.

Die Bundesrepublik Deutschland ist als moderne Industrie- und Dienstleistungsnation besonders auf Bildung und Ausbildung angewiesen. Nur durch Spitzentechnologie und hohe Produktivität kann Deutschland auf Dauer wieder den Anschluss nach oben finden. Die hierfür notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden allerdings nur durch gut ausgebildete Akademiker gewonnen. Diese Spitzenkräfte agieren jedoch inzwischen auf einem globalisierten Arbeitsmarkt. Unternehmen, Hochschulen, öffentliche und private Forschungseinrichtungen konkurrieren weltweit um sie, und leider entscheiden sich diese gut ausgebildeten jungen Menschen immer weniger dafür, in Deutschland zu bleiben und hier zu forschen.

Eine solche Abwanderung von Akademikern wirkt sich für den Standort Deutschland besonders im Hinblick auf zukünftiges wirtschaftliches Wachstum äußerst negativ aus. Doch das Schlimmste von allem ist: Die SPD-Bundesbildungsministerin hält die Abwanderung deutscher Spitzenforscher für einen Mythos und leugnet das Phänomen beharrlich. Stattdessen produzieren sie und ihr Ministerium am laufenden Band heiße Luft, so dass sich die Ministerin mit den Parolen „Brain up!" für Elite-Unis und „Brain gain statt brain drain" bereits als heiße Kandidatin für den Titel ‚Sprachpanscher des Jahres' qualifiziert hat.

Diese schlimme Realitätsverweigerung geht wieder einmal zu Lasten der jungen Generation, da diese sich in dem dringend zu reformierenden Hochschulsystem bewegen muss. Nötig wären mehr Autonomie der einzelnen Hochschulen und stärkere Wettbewerbs- und Leistungsanreize, um beispielsweise Firmengründungen aus Hochschulen stärker zu fördern. Doch all diesem verweigert sich Rot-Grün in altbekannter zentralistischer Gleichmacherei. Es ist Zeit für einen Wechsel!"

[29.10.2004]
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