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Der Spitzenkandidat der EVP zur Europawahl im Porträt

Schlitzohr – zugegeben, dies ist nicht der erste Spitzname, der einem zu Jean-Claude Juncker einfällt. Wahrscheinlich würden 98 Prozent der Befragten sagen: „Juncker? Ist das nicht ,Mister Euro‘?“ Aber Überschriften sollen neugierig machen, deshalb nun also das Schlitzohr.

Vor genau zehn Jahren erhielt der damalige Premierminister Luxemburgs die Auszeichnung „Goldenes Schlitzohr“. Diese wird jährlich vom „Internationalen Club der Schlitzohren“ an eine Persönlichkeit vergeben, die sich „positiv als Schlitzohr“ profiliert hat. Damit reiht sich Juncker ein in eine Reihe von hochkarätigen Preisträgern wie Johannes Rau, Kardinal Lehmann und Sir Peter Ustinov. Es könnte schlechtere Gesellschaft geben.

Doch was macht ein Schlitzohr aus? Der Duden bietet als Alternativen die Begriffe Schlauberger und Schlawiner an. Ein Schlitzohr verfolgt gewieft und schlau – dabei auch äußerst charmant – seine Ziele.

„Ich wollte nie Berufspolitiker werden. Aber ich kann vom Karriereverlauf her nicht abstreiten, dass ich das geworden bin“, so Juncker. Seinen Anfang nahm diese Karriere 1982 mit der Vereidigung des gerade einmal 27-jährigen Junckers als Staatssekretär für Arbeit und soziale Sicherheit durch den damaligen luxemburgischen Premierminister Pierre Werner. Dass der studierte Jurist Juncker nie als Anwalt gearbeitet hat, hat er im Nachhinein bereut.
Zwei Jahre nach seiner Ernennung zum Staatssekretär wird Juncker Minister für Arbeit, fünf Jahre später zusätzlich Finanzminister von Luxemburg. 1995 dann vereint Jean-Claude Juncker das Amt des Premierministers und des Finanzministers in seiner Person. Zwischen 2005 und 2013 ist Juncker zudem Vorsitzender der Euro-Gruppe, der Gruppe der Finanzminister der Mitgliedstaaten der Eurozone. In dieser Funktion avanciert er zu „Mister Euro“. Juncker koordiniert die Steuer- und Wirtschaftspolitik der Eurostaaten und wacht über die Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes. Spätestens seit Beginn der Eurokrise bekleidete Juncker damit ein zentrales Amt innerhalb der Europäischen Union und besonders der Eurozone. Juncker gilt als charmanter Vermittler, Verhandlungsführer und als Vertrauensperson. Im Sommer 2012 überreden Europas Staats- und Regierungschefs den Vorsitzenden der Eurogruppe zu einer Verlängerung seiner Tätigkeit. „Mister Euro“ ist auf einem der Höhepunkte der Finanzkrise unentbehrlich.

Auch nach seiner Ablösung als Eurogruppenchef Anfang 2013 und seiner Abwahl als Premierminister Luxemburgs Ende 2013 kehrt Juncker Europa nicht den Rücken. Ganz im Gegenteil. Im Frühjahr 2014 wird Jean-Claude Juncker zum Spitzenkandidaten der EVP für die Europawahl im Mai gekürt. Vor dem Hintergrund seines 30-jährigen Dienstjubiläums 2012 sagt Juncker, er sei halt „immer wieder gewählt worden. Da konnte ich nicht von Bord gehen“. Juncker bleibt unentbehrlich.

In seiner Laudatio auf den Preisträger würdigte das „Schlitzohr“ des Vorjahres, Kardinal Lehmann, die Leistungen Junckers für den europäischen Einigungsprozess und sein Engagement für den Euro. Als Anwalt wird Juncker wohl auch in Zukunft nicht arbeiten. Ihm bleibt die Verteidigung seines Lebenswerkes Europa. Er wird als Spitzenkandidat die EVP erfolgreich in und durch den Europawahlkampf führen.

Dem Charme eines Schlitzohres kann schließlich keiner widerstehen.

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