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Der Besuch von US-Präsident Barack Obama in unserer Bundeshauptstadt dauerte keine 26 Stunden und hinterließ einen ambivalenten Eindruck: Es war ein guter Tag für die deutsch-amerikanischen Beziehungen bei herrlichstem Kanzlerinnenwetter, jedoch taugt dieser Obama-Familientrip höchstens als Fußnote in den Geschichtsbüchern. Was bleibt, ist das subjektive Gefühl einer unerfüllten Erwartungshaltung und die Frage, wie es weitergeht in den transatlantischen Beziehungen.

Jedoch: Der Besuch trägt dazu bei, mit dem Märchen aufzuräumen, dass sich die USA von Europa oder gar Deutschland abwenden. Was wir erleben, ist ein fortgesetzter Normalisierungsprozess in den Beziehungen, wo vieles Routine geworden ist, worin aber auch das Eingeständnis enthalten ist: Macht und Ressourcen des Westens sind endlich und diese gilt es klug einzusetzen. Dieser Prozess ist den Umständen geschuldet, dass Europa für sich vermehrt den Platz als globale Softpower in Anspruch nimmt und die USA sich in diesem neuen multipolaren Machtkonstrukt neu aufstellen müssen - auch im Interesse Europas! Amerika nimmt Europa vermehrt in die Pflicht und fordert von den Europäern verstärkt, selbst Verantwortung zu übernehmen, was bedeutet, den Eigenbeitrag in der transatlantischen Werte-, Interessens- und Verteidigungsgemeinschaft zu erhöhen. Denn bisher haben wir uns auf die schützende Hand von „Uncle Sam“ verlassen und diese für selbstverständlich genommen. Die Folge: Wir haben unsere außen- und sicherheitspolitischen Kapazitäten als Steinbruch zur Haushaltskonsolidierung missbraucht.

Der Besuch trägt dazu bei, mit dem Märchen aufzuräumen, dass sich die USA von Europa oder gar Deutschland abwenden.

Diese Zeiten neigen sich nun dem Ende zu. Wir steuern auf ein emanzipiertes Verhältnis des alten Kontinents zur neuen Welt. Und dieses wird geprägt sein durch gemeinsame Projekte wie der anvisierten Freihandelszone, von gleichen Interessen wie der Lösung des Nahost-Konflikts oder auch der Erschließung der Arktis – aber immer auch durch eine neue Dialog- und Konfliktkultur im gemeinsamen Ringen um Werte, einen respektvollen gegenseitigen Umgang und einen gemeinsamen Ansatz zur Bewältigung der zivilisatorischen Herausforderungen in einer vernetzten und digitalisierten Welt.

Dieses neue Kapitel in den Beziehungen zwischen Europa und den USA wird gerade erst geschrieben und nur durch wechselseitiges Engagement, neue Initiativen und einer vertieften Zusammenarbeit auf allen gesellschaftlichen Feldern kann es ein lesenswertes Stück werden. Deutschland wird seine Pfeiler-Funktion in der transatlantischen Brücke behalten und diese Beziehungen maßgeblich prägen.

Für uns als junge Generation bietet sich die Chance, nach der europäischen Einigung nun das enge Zusammenrücken des Westens in Angriff zu nehmen – eine notwendige, spannende und lohnende Aufgabe.

Norman Blevins ist als Beisitzer im Bundesvorstand der Jungen Union Deutschlands Beauftragter für die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Der Deutsch-Amerikaner ist Präsident der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Westmittelfranken.

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