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Michael Grosse-Brömer ist neuer Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Umgänglich, loyal und mäßig ehrgeizig - der Pressetenor war einhellig, als Michael Grosse-Brömer vor wenigen Wochen Nachfolger von Peter Altmaier wurde
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Umgänglich, loyal und mäßig ehrgeizig - der Pressetenor war einhellig, als Michael Grosse-Brömer vor wenigen Wochen Nachfolger von Peter Altmaier wurde: Mit 96,4 Prozent wählten seine Kollegen aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den 51-Jährigen zum neuen „Ersten PGF“, wie der lange Titel im politischen Tagesgeschäft abgekürzt wird. Betonte Bescheidenheit - so passt es dann auch, dass der gebürtige Oberhausener seinen Einstieg in die Politik als „unspektakulär“ bezeichnet: „Im Ruhrgebiet war irgendwie jeder in der SPD - da bin ich mit 15 Jahren gemeinsam mit zwei Fußball-Freunden in die Junge Union eingetreten.“ Er, Enkel eines Oberhausener CDU-Ratsherrn, habe sehen wollen, wie Politik funktioniert. „Nicht, weil ich schon damals ein CDU-Wertegerüst hundertprozentig verinnerlicht hatte, sondern weil die Junge Union das doppelte Angebot hatte: 50 Prozent Politik und 50 Prozent Party.“ Vor seinem Abitur verlor Grosse-Brömer dann etwas den Kontakt zur aktiven Politik. Dennoch engagierte er sich für seine Mitschüler und später als Vertrauensmann für seine Wehrdienst-Kameraden. Die Politik-Abstinenz hielt nicht lange an: Während seines Jura-Studiums wurde er zum Kreisvorsitzenden der Jungen Union Harburg-Land und in den Stadtrat der niedersächsischen Stadt Buchholz gewählt. „Und das, obwohl ich Zugezogener war und auf dem letzten Listenplatz stand“, so Grosse-Brömer. Sein damaliges Geheimrezept: Canvassing mit Gummibärchen-Tütchen und roten Postkarten samt Aufschrift „Bärenstark - Ihr Kandidat“.

1992, im Jahr seiner Zulassung als Rechtsanwalt, wurde in Harburg-Land ein neuer CDU-Kreisvorsitzender gesucht - die langjährige Kreistagsfraktionsvorsitzende hatte bereits ihr Interesse erklärt. „Da habe ich einfach mal kandidiert, weil ich diesen Job spannend fand“, so Grosse-Brömer. „Ich wusste, dass ich klarer Außenseiter war und noch nicht über das nötige Standing verfügte - als Kompromisskandidat konnte ich aber Punkte sammeln.“ Mit knapper Mehrheit setzte er sich durch. „Im Vorfeld der Bundestagswahl 1994 hatte ich bereits die Chance auf eine Wahlkreiskandidatur, aber ich verzichtete darauf, weil ich gerade meine Kanzlei eröffnet hatte.“ Erst acht Jahre später stand für ihn fest: „Das mache ich jetzt!“ So wurde Grosse-Brömer im Herbst 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. „Der Beginn in Berlin war von Ehrfurcht und Freude geprägt“, erinnert er sich an die ersten Monate in der Hauptstadt. „Das hätte ich mir 15 Jahre zuvor niemals träumen lassen, als wir mit der Jungen Union vor dem geschlossenen Brandenburger Tor demonstrierten. Was für ein Glück, so etwas zu erleben!“ Im Jahr darauf wurde der Vater von zwei Kindern zum Bezirksvorsitzenden der CDU Nordostniedersachsen gewählt, und bald folgten regelmäßig neue Stufen innerhalb der Bundestagsfraktion: 2006 Fraktionsvorstand, 2009 rechtspolitischer Sprecher, 2010 Justiziar. Parallel der Vorsitz der einflussreichen Landesgruppe Niedersachsen.

<code>Das hat mich sehr gefreut. Es ist eine spannende und zugleich schwierige Aufgabe. Eine besondere Herausforderung.
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Dann im Mai 2012 das Angebot, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer zu werden. „Das hat mich sehr gefreut. Es ist eine spannende und zugleich schwierige Aufgabe. Eine besondere Herausforderung.“ ESM, Fiskalpakt, Energiewende: Es gehe in diesen Monaten um unglaublich weitreichende Themen - und Grosse-Brömer gehört von nun an zum Kreis der Koalitionsspitzen und ist Teilnehmer interner Gespräche im Umfeld von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Da ist Verschwiegenheit ganz wichtig - aber die hatte ich schon vorher.“ Grosse-Brömer wird sich an das hellere Rampenlicht gewöhnen müssen. Gedanken zur Außenwirkung der Abgeordneten macht er sich bereits seit längerem: „Ich halte es für nicht gerechtfertigt, wie schlecht das Image von Politikern in der Öffentlichkeit teilweise ist“, sagt er. „Es wäre schön, wenn deutlicher würde, dass politische Arbeit mehr ist als herumzusitzen und abzustimmen.“ Und oft werde auch verkannt, wie schwer es im Einzelfall sein kann, Entscheidungen mitzutragen. Von nun an ist es seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass gerade schwierige Abstimmungsprozesse innerhalb der Fraktion möglichst reibungslos ablaufen. „Ich werde vor allem versuchen, ausgleichend zu wirken - aber sicher wird manchmal auch die ein oder andere intensivere Ansprache notwendig sein.“

Über Michael Grosse-Brömer

Geboren am 12. Oktober 1960 in Oberhausen, röm.-kath., verheiratet, zwei Kinder. 1980 Abitur, 1980/82 Wehrdienst, Studium der Rechtswissenschaften, 1989 1. und 1992 2. juristisches Staatsexamen, seit 1992 Rechtsanwalt, 2001/09 Notar. 1975 Eintritt in die JU, seit 1982 CDU-Mitglied, seit 1992 Kreisvorsitzender der CDU Harburg-Land, seit 2003 Bezirksvorsitzender der CDU Nordostniedersachsen. Mitglied des Bundestages seit 2002, seit 2009 Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen, 2009/10 rechtspolitischer Sprecher, 2010/12 Justiziar und seit Mai 2012 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

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