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Bescheiden im Auftreten, aber eindrucksvoll in seinen Ausführungen. So wird Klaus Otto Skibowski Freunden und Wegbegleitern in Erinnerung bleiben. Unvergessen sind dabei auch Besuche in seinem Haus in Sankt Augustin. Zum ersten Mal traf ich Klaus Skibowski bei Recherchen zu meiner Diplomarbeit im März 2008 eben dort. Im Arbeitszimmer zeigte er – eher beiläufig – ein handsigniertes Foto von US-Präsident John F. Kennedy, das dieser „seinem Freund Ski“ gewidmet hatte. Schnell stellte sich heraus, dass auch die große, hölzerne Modellgaleere ein persönliches Geschenk von Felipe Gonzaléz, dem ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Spaniens, war. Neben diesen Zeugnissen der Wertschätzung internationaler Politiker, die er beraten hatte, zierte Konrad Adenauer die Mehrzahl der Bilder. Denn dessen politisches Wirken und das Leben von Klaus Otto Skibowski standen immer in besonderer Beziehung. Von 1947 bis zu Adenauers Tod im Jahr betreute er die Pressearbeit des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Skibowski war es, der die legendären Fotos von Adenauer auf der Boccia-Bahn im italienischen Caddenabbia veröffentlichen ließ und damit frühe Meilensteine der politischen PR setzte. Nichts wurde dem Zufall überlassen, schließlich galt es, umstrittene Entscheidungen wie die Wiederbewaffnung oder die Westbindung gegen große gesellschaftliche Widerstände demokratisch durchzusetzen. Bei all diesen Weichenstellungen war Skibowski mit an Bord. Nicht zuletzt aus dieser Perspektive bleibt „Ski“ ein Mann, dem unser Land viel zu verdanken hat. Unvergessen sind mir seine Schilderungen des Trauerzugs für Konrad Adenauer mit Schnellbooten der Bundeswehr im Jahr 1967. Hunderttausende Menschen säumten die Ufer des Rheins und erwiesen dem Kanzler die letzte Ehre. Es sei ganz still gewesen an diesem Tag. So etwas, sagte mir Skibowski damals, ließe sich nicht inszenieren.

Skibowski beriet weiterhin, etwa den Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Rainer Barzel. Damals habe er Barzel noch davon überzeugen müssen, ein kleines Fernsehgerät aus US-amerikanischer Produktion in die Dienstkarrosse einbauen zu lassen, um auch abseits des Büros informiert zu bleiben. Was damals der neueste Schrei war, ist heute Standard. Doch nicht nur auf Seiten der Politik wurde der am 31. März 1925 in Lyck in Ostpreußen geborene PR-Spezialist tätig. Klaus Otto Skibwoski arbeitete auch als Journalist beim Nordwestdeutschen Rundfunk, als Mitgründer und Chef vom Dienst der Katholischen Nachrichten-Agentur sowie als freier Journalist.

Seiner Heimat im heutigen Polen blieb er immer treu. „Masuren, ein Land in dem alle Herrlichkeit auf Erden zu Hause ist“ schrieb er im Roman „Wolken über weitem Land“. Für sein Engagement zur Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen wurde Skibowski mit dem polnischen Verdienstorden und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die dunklen Kapitel in der Geschichte beider Völker zu schließen, ohne sie zu vergessen, war ihm ein lebenslanges Anliegen. Auch bei der jungen Generation machte er sich für die europäische Einigung stark.

In zahlreichen Gastartikeln schrieb das langjährige JU-Mitglied für die „ENTSCHEIDUNG“. Seine Expertise in Sachen politischer Kommunikation und nicht zuletzt seine Erfahrungen mit Adenauer, Barzel und vielen anderen Politikern machten ihn zu einem begehrten Zeitzeugen. Voller Begeisterung nahm Skibowski bis kurz vor seinem Tod Anteil am Werdegang seiner Jungen Union und stand mit Rat und Tat zur Seite. Zuletzt sahen wir uns auf der 65-Jahr-Feier der JU in Königstein. Umringt von seinen Freunden aus der Anfangszeit unserer Organisation genoss er die Stunden am historischen Gründungsort.

Klaus Otto Skibowski starb am 22. April 2013 in Sankt Augustin bei Bonn. Die Junge Union Deutschlands wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

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