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Das deutsche Steuersystem muss einfacher, leistungs- und familienfreundlicher werden. Es ist an der Zeit für eine Steuerreform, von der vor allem die Mitte der Gesellschaft und Familien mit Kindern profitieren.

Ein Jahr vor der Bundestagswahl wird in der Union wieder über Steuerentlastungen diskutiert. Grund dafür ist die gute Konjunktur in Deutschland. Die Steuereinnahmen sprudeln und bescheren dem Fiskus Rekordüberschüsse. Im Jahr 2020 wird der Staat voraussichtlich 135 Milliarden Euro mehr einnehmen als 2015. Schon lange macht sich die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) daher dafür stark, dass der Staat den Bürgern etwas zurückgibt.

Besonders hoch sind die steuerlichen Belastungen für untere und mittlere Einkommen. Bei vielen Arbeitnehmern bleibt nach Abzug aller Steuern und Abgaben nicht einmal die Hälfte vom Bruttolohn übrig. Das liegt zum einen daran, dass der Steuertarif schon bei unteren Einkommen stark steigt. Gleichzeitig greift der Spitzensteuersatz bereits bei durchschnittlichen Einkommen. Das verhindert Leistungsanreize und erschwert die gewünschte zusätzliche Altersvorsorge.

Ein weiteres Problem: Noch immer werden Kinder – trotz des erhöhten Bedarfs – steuerlich nicht wie Erwachsene behandelt. Damit erschwert der Staat seinen Steuerzahlern den Kinderwunsch durch staatliche Belastungen. Es ist deshalb an der Zeit, das deutsche Steuersystem umzugestalten – und zwar einfacher, leistungs- und familienfreundlicher.

Das MIT-Konzept sieht eine Entlastung in drei Stufen vor. In der ersten Stufe soll ab 2018 die Werbungskostenpauschale von derzeit 1.000 auf 2.000 Euro verdoppelt werden. Dies würde rund zwei Dritteln aller Steuerzahler ersparen, ihre Werbungskosten einzeln zu berechnen.

In einem zweiten Schritt ab 2019 soll der Mittelstandsbauch abgeflacht und der Spitzensteuersatz verschoben werden. Dazu soll zum einen der Steuersatz bei Jahreseinkommen ab 13.669 Euro von 24 auf 20 Prozent gesenkt werden. Zum anderen soll der Spitzensteuersatz künftig erst ab 60.000 Euro Jahreseinkommen greifen und nicht wie heute schon ab 53.666 Euro.

In der dritten Stufe ab 2020 soll schließlich der Kinderfreibetrag auf die Höhe des Grundfreibetrags für Erwachsene angehoben werden. Das wäre ein echter Beitrag zu einem familienfreundlicheren Steuersystem. Damit nicht nur obere Einkommensklassen profitieren, ist es zusätzlich geboten, auch das Kindergeld angemessen zu erhöhen. Unser Konzept sieht eine Erhöhung um 36 Euro im Monat vor. Eine Geringverdienerfamilie mit zwei Kindern hätte dann allein dadurch 864 Euro mehr im Jahr.

Insgesamt würden die drei Stufen Entlastungen von mehr als 30 Milliarden Euro bringen. Wenn das Kindergeld entsprechend dem Grundfreibetrag erhöht würde, kämen weitere 7,7 Milliarden Euro hinzu. Diese Summe entspricht in etwa einem Drittel der erwarteten Steuermehreinnahmen bis 2020. Es blieben also immer noch zwei Drittel der zusätzlichen Einnahmen für weitere Aufgaben übrig. Ebenso gilt: Bei höheren Einnahmen könnten die Steuersätze stärker gesenkt werden, bei geringeren Einnahmen würden die Entlastungen geringer ausfallen. Aber unter dem Strich muss ein Drittel der Steuermehreinnahmen den Bürgern und Familien zurückgegeben werden.

Ich würde mich freuen, wenn uns die Junge Union als starker Partner dabei unterstützt, das Steuermodell auf den kommenden Parteitagen von CDU und CSU einzubringen. Es ist wichtig, dass sich die Union schon vor der Bundestagswahl klar positioniert, um nach der Wahl mit einem Wählerauftrag in die dann hoffentlich unionsgeführten Koalitionsverhandlungen zu treten.

Autor: Carsten Linnemann ist Bundesvorsitzender der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU.

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