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Der Deutschlandrat der JU in Deggendorf positionierte sich zur aktuellen Milchpreiskrise und der Zukunft der Milchwirtschaft. In dem beschlossenen Positionspapier bekennt sich die JU zur Marktausrichtung der Agrarpolitik und tritt vor allem für eine Stärkung der Position der Landwirte in der Lieferkette und strukturellen Änderungen in den Lieferbeziehungen ein. Dazu erklären Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der JU Deutschlands, und Frank Müller, Vorsitzender der JU Bundesfachkommission ...

"Für die JU ist es wichtig, über die aktuelle Krise hinaus zu denken und langfristige Perspektiven aufzuzeigen. Der Markt kann sich durchaus selbst regulieren, aber dazu ist es unerlässlich, dass Preissignale auch beim Erzeuger ankommen. Wir sehen daher in erster Linie die Branche selbst in der Pflicht, ihre Lieferbeziehungen beispielsweise durch gestaffelte Vergütungssysteme so auszugestalten, dass der Marktpreis auch eine Steuerungswirkung entfalten kann. Dass für Übermengen, die aktuell auf dem Spotmarkt verramscht werden müssen, der Durchschnittspreis auf Molkereiebene ausgezahlt wird, führt ganz offensichtlich zu Fehlanreizen.

Der Molkereisektor muss sich diesem Thema stellen und darf nicht vor intern schwierigen Diskussionen zurückschrecken. Außerdem würde es auf unser Unverständnis treffen, wenn die neue Möglichkeit im Agrarmarktstrukturgesetz, über einen Branchenverband wichtige Absprachen zu treffen, ungenutzt bliebe. Langfristig muss darüber hinaus gelten, durch Produkt- und Vermarktungsinnovationen die Wertschöpfung zu erhöhen und deutsche Milchprodukte weniger austauschbar zu machen. Dabei sollte der Molkereisektor sich in seiner Vermarktungsstruktur so aufstellen, dass er der Marktmacht des Handels etwas entgegenzusetzen hat. Von politischer Seite muss einer weiteren Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels mit allen kartellrechtlichen Möglichkeiten entschieden entgegengetreten und das Verbot des Verkaufs von Lebensmitteln unter Einstandspreis wirkungsvoll durchgesetzt werden.

Zur Risikoabsicherung sollten außerdem auf Molkereiebene die Warenterminmärkte deutlich stärker genutzt werden. Um die einzelbetriebliche Risikoabsicherung zur unterstützen begrüßen wir die angekündigte Verlängerung des Gewinnermittlungszeitraums auf drei Jahre ausdrücklich und fordern noch weitergehende steuerliche Möglichkeiten des Risikoausgleichs. Außerdem sollte die Möglichkeit einer Margenversicherung unter staatlicher oder privatwirtschaftlicher Federführung geprüft werden.

Eine klare Absage erteilt die JU neuerlichen Forderungen nach einem Wiedereinstieg in die staatliche Mengenregulierung. Dies würde einen Griff in die Mottenkiste darstellen. Weder gäbe es dafür auf europäischer Ebene eine Mehrheit, noch hat sie in der Vergangenheit funktioniert und erst recht würde sie zukünftig auf freien Märkten nicht funktionieren. Gerade im Interesse der Junglandwirte dürfen wir uns nicht mit vermeintlichen Lösungen von gestern beschäftigen, sondern sollten sehen, wie die Branche sich so aufstellen kann, dass sie die Chancen des freien Marktes auch nutzen kann. Denn dann sind die langfristigen Perspektiven durchaus positiv."

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