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Zum Beschluss des Deutschlandrates der Jungen Union in Bad Sooden-Allendorf „Bologna 2.0 – Hochschulpolitische Forderungen der Jungen Union zur Verbesserung der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse“ erklärt der bildungspolitische Sprecher der Jungen Union, Tom Zeller:

„Mit dem Bologna-Prozess zur Umstellung der Studiengänge auf gestufte Abschlüsse sowie der europäischen Angleichung der Leistungsbewertung und Studiengestaltung sind die deutschen Hochschulen in einen umfassenden Reformprozess eingetreten. Zugleich wurden von der Bundesregierung mit der Exzellenzinitiative, dem Pakt für Forschung und Innovation, der Hightech-Strategie, dem Aufbau eines nationalen Stipendienprogramms sowie der Verbesserung des BAföG wichtige Maßnahmen zu Gunsten der Hochschulen und der Studierenden beschlossen.

Der Reformprozess der Hochschulen und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschungslandschaft sind dabei weit vorangekommen. Bei der Umstellung der Studiengänge haben sich jedoch für Studenten, Hochschulen und Arbeitgeber Probleme ergeben. Gerade in den Bachelorstudiengängen sind mit einem rigiden Zeitkorsett und stark komprimierten, festgeschriebenen Studieninhalten die Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung für die Studenten stark eingeschränkt worden. Hier muss umgesteuert werden, um wieder mehr Eigenverantwortung im Studium zu ermöglichen und das Studium studentenfreundlicher zu machen. Als Maßnahmen sind eine größere Auswahl von Wahlpflichtmodulen bei modularisierten Studiengängen oder breitere Wahlmöglichkeiten bei den Lehrveranstaltungen zu nennen.

Ein weiteres Problem ist der zu unflexible Zeitrahmen durch starre Vorgaben zum Zeit- und Arbeitsaufwand des Studiums. Junge Eltern, Sportler oder ehrenamtlich Engagierte können die Vorgaben kaum einhalten. Ein Ehrenamtsfaktor und Teilzeit-Bachelor-Programme sollen hier Abhilfe schaffen. Verbesserungswürdig ist auch die Mobilität: Zu wenige Bachelor-Studenten können einen Auslandsaufenthalt absolvieren und zu viele Hürden bestehen noch bei der europaweiten Anerkennung von Studienleistungen. Insbesondere der Hochschulwechsel ist im Bachelor-Studium fast unmöglich geworden. Diese Probleme müssen mit einer vollständigen und flächendeckenden Anerkennung von Leistungspunkten nach ECTS-Standard gelöst werden.

Trotz aller Reformen gilt es immer noch, die Bedeutung der Lehre gegenüber der Forschung zu stärken, wozu eine Exzellenzinitiative für die Lehre beitragen kann. Insgesamt ist der Reformprozess an den Hochschulen in Deutschland nicht abgeschlossen, sondern bedarf weiterer kritischer Begleitung, damit die Hochschulen zu wirklicher Profilbildung gelangen und Absolventen mit ihren neuen Abschlüssen im gesamten Arbeitsmarkt gute Chancen haben.“

Der einstimmige Beschluss „Bologna 2.0“ ist auf www.junge-union.de/beschluesse abrufbar.

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