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"Kritische Auseinandersetzung mit allen Gegenständen und gewaltfreie Diskussion gegensätzlicher Standpunkte bilden Grundpfeiler der europäischen Leitkultur," so JU-Chef Mißfelder. "Das Gefühl der Beleidigung kann keine Gewalt rechtfertigen und auch nicht Maßstab staatlichen Handelns werden. Die europäischen Werte müssen im 'Bilderstreit' unser Maßstab bleiben." 

Zu den eskalierenden, gewalttätigen Protesten in zahlreichen islamischen Staaten gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Medien erklärt der Bundesvorsitzende der Junge Union, Philipp Mißfelder (26):
 
"Die Ereignisse der letzten Tage sind Anlass, uns hinsichtlich unserer Werte und Grundüberzeugungen deutlich zu positionieren und diese offen darzustellen. Das Prinzip kritischer Auseinandersetzung und Diskussion - wissenschaftlich, politisch oder auch polemisch zugespitzt - ist für die europäischen Gesellschaften und ihre Kultur konstituierend. Freiheit der Meinungsäußerung, des Gewissens, des Glaubens, der Kunst und der Wissenschaft bilden als geschützte Grundwerte die Grundlage aller europäischen Verfassungsordnungen. Sie sind Ergebnis eines jahrhundertelangen, schmerzhaften Erkenntnis- und Entwicklungsprozesses und werden auch angesichts der gegenwärtigen Eskalation gewalttätiger Proteste in keiner Weise zur Disposition gestellt.
 
Bei grundsätzlichem Verständnis für die religiösen Gefühle aller Glaubensrichtungen rechtfertigen die Gefühle, die die Muslime nun verletzt sehen, jedoch in keiner Weise die gewaltsamen Ausschreitungen, die sich neben europäischen Einrichtungen aller Art auch gegen Vertreter christlicher Glaubensgemeinschaften richtet. Jede Form von Gewaltanwendung ist einer kritischen Diskussion gesellschaftlicher Probleme auch bei konträren Auffassungen völlig unangemessen und daher zu verurteilen.
 
Zugleich ist ein verstärkter Dialog mit der islamischen Welt, auch den Muslimen in Deutschland, notwendig, in dem auch die Grundwerte unserer Demokratie vermittelt werden. In Europa existiert keine staatliche Kontrolle der Medien, so dass es seitens der Politik nicht möglich ist und möglich sein soll, zu verhindern, dass sich Menschen von Texten oder Bildern beleidigt fühlen. Christen müssen so seit Jahren hinnehmen, dass christliche Symbole im Fernsehen und in Zeitungen negativ dargestellt und verunglimpft werden und akzeptieren, dass die Auseinandersetzung damit in diskursiver Form im Kontext einer freien Öffentlichkeit oder gegebenenfalls im Rahmen der Gesetze vor Gericht geführt wird.
 
Dieser kulturelle Gesellschaftsvertrag ist fester Bestandteil einer europäischen Leitkultur, die auf zivilisierte Mäßigung und Gewaltfreiheit in der Auseinandersetzung zielt. Wir begrüßen und unterstützen die Forderung von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, diese Leitkultur in einer neuen Diskussion zu vergegenwärtigen und ihren Geltungsanspruch in Europa auch in der Integrationspolitik zu bekräftigen."

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