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Anlässlich der Debatte um die Vergangenheit des Schriftstellers Günter Grass erklärt der Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Philipp Mißfelder (26):
 
"Das Eingeständnis von Günter Grass, er sei Mitglied der Waffen-SS gewesen, kommt viele Jahre zu spät. Sein langes Schweigen ist vor allem deswegen unverständlich, weil er sich als Schriftsteller, aber auch als einflussreicher Diskutant, stets als moralische Instanz geriert hat und diese Rolle auch gerne in der Öffentlichkeit übernahm. Dass er sich erst jetzt zu seiner NS-Vergangenheit bekennt, ist beschämend. Der Schriftsteller hat damit seine Leser wissentlich getäuscht und nicht zuletzt auch seine literarischen und politischen Weggefährten enttäuscht.
 
Grass, der immer wieder die schonungslose Aufarbeitung der NS-Diktatur eingefordert und alle gebrandmarkt hat, die in den Nationalsozialismus verstrickt waren, legt bei sich persönlich offensichtlich ganz andere Maßstäbe an. Die eigene Vergangenheit zu verdrängen, wie es der Schriftsteller getan hat, hätte er bei anderen scharf als verlogen kritisiert. Nun fällt seine moralisierende Haltung selbst auf ihn zurück.
 
Besonders empörend ist, dass Grass sich im selben Interview, in der er seine Waffen-SS-Mitgliedschaft offenbart, in verzerrender Weise über den früheren Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer äußert. Dass Adenauer, der von den Nazis aus dem Amt des Kölner Oberbürgermeisters gedrängt wurde, mehrfach von der Gestapo verhaftet worden ist, lässt Grass in seiner eingeschränkten Weltsicht nicht gelten. Auch seine Kritik an der Aussöhnungspolitik von Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl erscheint nun in einem fahlen Licht.
 
Das verspätete Geständnis von Günter Grass klingt wie ein Teil einer PR-Kampagne, die seinem neuen Buch zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen soll. Um Anstand zu zeigen, muss Grass schnellstens seine Auszeichnungen - insbesondere den Literaturnobelpreis - zurückgeben und sich für sein fragwürdiges Verhalten entschuldigen. Spätestens mit dieser Offenbarung hat sich Grass endgültig aus der Reihe ernstzunehmender Literaten verabschiedet. Er sollte sich in Zukunft mit öffentlichen Wortbeiträgen zurückhalten."

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