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Die politische Gestaltung des demographischen Wandels verlangt eine Familienpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Familien orientiert – nicht an denen der Wirtschaft


Es ist ein Kennzeichen junger bürgerlicher Politik, politische Entscheidungen immer auf ihre Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. Im Zusammenhang mit der Energiewende und der europäischen Staatsschuldenkrise ist diese Forderung der Jungen Union wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Das Konzept der Generationengerechtigkeit beinhaltet den Begriff Nachhaltigkeit und verbindet die Bedürfnisse der heutigen Generation mit den Lebenschancen künftiger Generationen. Es geht von der Grundüberlegung aus, dass die Gestaltungsspielräume der heutigen und der kommenden Generationen in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen sollen. In der Konsequenz bedeutet das: Der Staat hat in seinem Handeln nicht nur die gegenwärtigen Interessen zu berücksichtigen, sondern auch die Interessen künftiger Generationen. Ziel einer generationengerechten Politik muss es sein, jede Generation in die Lage zu versetzen, ihre Möglichkeiten ausschöpfen zu können. Sie darf also nicht von den Altlasten anderer, vorangehender Generationen überfordert werden.

Eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft ist der demografische Wandel und die damit verbundenen Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme. Trotz einer stetig steigenden Lebenserwartung sinkt die Zahl der Neugeborenen in Deutschland jährlich. Auch wenn sich die Geburtenrate momentan etwas zu stabilisieren scheint, wird sich die Alterspyramide in den kommenden Jahren weiter auf den Kopf stellen und die Anzahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter immer weiter zurückgehen. Im Zuge dieser Entwicklung wird die Politik, besonders bei den auf Umlageverfahren basierenden sozialen Sicherungssystemen vor neue Herausforderungen gestellt, da diese sehr bald ihre Belastungsgrenze erreichen werden. Ein Umbau der sozialen Sicherungssysteme ist deshalb dringend notwendig. Dennoch werden junge Beitragszahler in Zukunft mit höheren Abgaben konfrontiert werden. Zusätzlich müssen sie ebenfalls in private Vorsorgemaßnahmen investieren, um im Alter abgesichert zu sein.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung verstärkt sich der gesellschaftliche Druck auf junge Familien enorm. Besonders aus der linksideologischen Ecke werden verstärkt Stimmen laut, die eine sofortige Rückkehr junger Mütter in den Beruf fordern. Aber auch die Arbeitgeberverbände, allen voran der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände Dieter Hundt, forderten vor einigen Wochen eine Verkürzung der Elternzeit und eine frühere Betreuung von Kindern in staatlichen Einrichtungen. In eine ähnliche Richtung geht auch eine Studie, die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben wurde, und familienpolitische Leistungen in erster Linie auf der Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse bewertet. Insgesamt wird aber vergessen: Eine Familie zu gründen ist eine zutiefst private Entscheidung. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, in die Familienplanung hineinzuregieren oder in einer Kosten-Nutzen-Abwägung darüber zu entscheiden, wie viele Kinder eine Frau zur Welt bringen sollte, um die Geburtenrate zu steigern.

Aufgabe generationengerechter Familienpolitik ist es, vor allem junge Familien zu fördern und die Wirtschaft dazu zu bringen, ihre Anforderungen an die Bedürfnisse junger Familien anzupassen. Dazu gehören: Flexible Arbeitszeitmodelle, ein höheres Angebot an Teilzeitstellen, Job-Sharing und die Möglichkeit, im „Homeoffice“ zu arbeiten. All das sollte zur Selbstverständlichkeit werden – sowohl für Mütter als auch für Väter. Gleichzeitig muss sich das Bewusstsein in den Firmen ändern, damit Mütter oder Väter, die ihre Berufstätigkeit unterbrochen haben, um sich für einige Jahre komplett der Kindererziehung zu widmen, den Wiedereinstieg schaffen.

Hier muss die Familienpolitik ansetzen und ihren Beitrag dazu leisten, den demografischen Wandel abzufedern.

Über die Autorin:

Katrin Albsteiger ist Vorsitzende der Jungen Union Bayern und kandidiert über die CSU-Landesliste für die Wahlen zum Deutschen Bundestag in diesem Herbst.

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