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Der neue FDP-Chef im Porträt

VON ANNE HUNING

"FDP-Chef Christian Lindner - Das ‚politische Naturtalent mit Humor‘“, titelte Mitte Februar die Rheinische Post. Der Aachener Karnevalsverein hatte den Politiker zum Ritter ernannt und Lindner ging in die Bütt. „Um liberales Wachstum zu generieren, ließ ich mir die Haare transplantieren“, nahm der FDP-Politiker sich selbst auf´s Korn und begeisterte die Festgesellschaft. Humor und Selbstironie sind lediglich zwei der Eigenschaften, die ein guter Politiker braucht – aber sie sind essentiell. Und Linder bringt sie mit.

Er ist die „10 mit Sternchen“, das „volle Paket“. Lindner ist ein politisches Naturtalent par excellence: intelligent, rhetorisch gewieft und dazu auch noch charmant und gutaussehend. Kein Wunder also, dass er mit gerade einmal 34 Jahren zum Vorsitzenden der FDP gewählt wurde – auch wenn die Umstände, die zu diesem Wechsel führten, besser hätten sein können. Aber beginnen wir am Anfang.

Christian Lindner wird 1979 in Wermelskirchen geboren. Mit 16 tritt er in die FDP ein, das war Mitte der 1990er Jahre, zu einer Zeit, in der sich die FDP mit dem Slogan „FDP wählen, damit Kohl Kanzler bleibt“ selbst zu einer reinen Funktionspartei degradierte.Der ein oder andere mag Parallelen zum Jahr 2013 erkennen. Um es auf den Punkt zu bringen: In dieser Zeit rannten politische Talente den Liberalen nicht gerade die Tür ein. Mit gerade einmal 21 Jahren zieht er im Jahr 2000 als jüngster Abgeordneter in den nordrhein-westfälischen Landtag ein. Fünf Jahre später ist er bereits stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zugleich Generalsekretär des FDP-Landesverbandes.

Mit fast 15 Prozent Wählerstimmen gelingt der FDP bei der Bundestagswahl 2009 ein historischer Erfolg – und Lindner ist dabei. Er zieht als Abgeordneter ins Parlament ein und wird zum Generalsekretär der Bundes-FDP berufen. Da ist er gerade einmal 30 Jahre alt, aber schon ein halbes Leben lang bei der Partei. Die politische Pubertät Lindners hat Auswirkungen auf die Partei: Auch sie soll sich neu aufstellen, Lindner will ihr frischen Inhalt geben. Die FDP soll ihrer schnöden Marktradikalität entwachsen, sie soll erwachsen werden und sich thematisch breiter aufstellen. Am Ende stehen die Karlsruher Freiheitsthesen, 2012 auf dem63. Bundesparteitag der FDP beschlossen – Lindner ist nicht mehr dabei. Oder zumindest nicht mehr so ganz. Zwei Jahre hat er die Dauerkrise der Partei ertragen, 2011 tritt er von seinem Posten als Generalsekretär zurück. Gerade noch rechtzeitig, um nicht mit der Partei unterzugehen. Stattdessen kehrt er nach NRW zurück und hievt die Partei bei der dortigen Landtagswahl über die Fünfprozenthürde. Die Bundestagswahl 2013 wird hingegen zum Desaster für die Partei.

Am 7. Dezember 2013 wird Christian Lindner auf einem außerordentlichen Bundesparteitag zum Vorsitzenden der FDP gewählt. Immerhin 91 Prozent ihrer Anhänger glauben zu diesem Zeitpunkt, dass Lindner die Partei erfolgreich in die Zukunft führen kann. In einem Interview sagte Christian Lindner kürzlich: „Ich will im Jahr 2017 die FDP wieder in den deutschen Bundestag führen! Ich habe keinen Plan B […]. Und ich bin mir sicher, wir werden es packen.“ Er hat ein hartes Stück Arbeit vor sich. Letzte Prognosen sehen die FDP bei fünf Prozent.

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