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Der Chef der Jungen Union fordert Klarheit über die Kanzlerkandidatur in der Union und erklärt, warum die CDU ein Ende der schwarzen Null nicht mitmachen darf.

Tilman Kuban ist Vorsitzender der Jungen Union, der Parteijugend von CDU und CSU. Er gilt als einer der härtesten Kritiker von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Herr Kuban, wie frostig ist die Stimmung zwischen Ihnen und Frau Kramp-Karrenbauer?

Persönlich gibt es da keine Probleme. Man muss nicht immer einer Meinung sein und kann trotzdem vernünftig miteinander umgehen.

Im CDU-Vorstand stellten Sie kürzlich die Führungsfrage. Sie sollen an der Eignung von Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidatin gezweifelt haben. Ist die Parteivorsitzende beim CDU-Nachwuchs unten durch?

Ich habe Annegret Kramp-Karrenbauer nie als Parteivorsitzende in Frage gestellt. Sie ist gewählt und wir unterstützen sie in dem Prozess, die CDU nach 14 Jahren Kanzlerschaft unter Angela Merkel zu erneuern. Gleichzeitig verunsichert es die Wähler, wenn wir ihnen nicht sagen, mit wem wir in den nächsten Wahlkampf ziehen. Politik ist mit Köpfen verbunden – und da müssen wir Klarheit schaffen.

Traditionell hätte Annegret Kramp-Karrenbauer den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur. Die Junge Union bringt auf dem Parteitag am Wochenende einen Antrag ein, den Kandidaten per Urwahl zu bestimmen – gegen den erklärten Willen der CDU-Chefin.

Die CDU muss für moderne Parteiarbeit stehen. Unsere Mitglieder sind viel selbstbewusster als noch vor 14 Jahren, als Angela Merkel das erste Mal zur Kanzlerkandidatin gekürt wurde. Wir haben vergangenes Jahr acht Regionalkonferenzen durchgeführt, auf denen sich die Kandidaten für den CDU-Vorsitz vorstellten. Das kam gut an. Trotzdem hätten sich schon damals viele Mitglieder gewünscht auch ihren Zettel in eine Urne zu werfen – sie durften aber nicht mitbestimmen. Wenn wir als Union attraktiv bleiben wollen, müssen wir moderner werden und den Leuten die Möglichkeit zum Mitmachen geben. Das Verfahren für die Wahl des Kanzlerkandidaten jetzt festzulegen, ist außerdem wichtig, um handlungsfähig zu bleiben. Falls die SPD aus der Groko aussteigt, müssen wir vorbereitet sein.

Zum ganzen Interview geht's hier

Von Maria Fiedler
Veröffentlich am 18.11.2019

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