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Im Interview mit den Magazinen SOUVERÄN und ENTSCHEIDUNG stehen die Bundesvorsitzenden der Senioren Union und der Jungen Union, Professor Otto Wulff und Philipp Mißfelder, Rede und Antwort – zur Union der Generationen, zu ihrer gemeinsamen Wahlkampftour und zu den Grundsätzen für eine generationengerechte Politik.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Herr Professor Wulff, Herr Mißfelder, bereits zum zweiten Mal gehen Sie gemeinsam auf Wahlkampftour. CDU und CSU sind die einzigen Parteien, die eine „Generationentour“ durchführen. Was hat Sie dazu bewogen, gemeinsam für einen Wahlsieg der Union zu kämpfen?

Wulff: In keiner anderen Partei in Deutschland funktioniert die Zusammenarbeit zwischen älterer und jüngerer Generation so gut wie bei uns. Das Thema Generationengerechtigkeit ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Die Senioren-Union und die Junge Union engagieren sich gemeinsam für eine menschliche und solidarische Gesellschaft – generationenübergreifend. Mit diesem Anspruch machen wir Politik und eben auch Wahlkampf.

Mißfelder: Die Union ist die einzige Partei, in der Ältere und Jüngere miteinander diskutieren und gemeinsame Ideen für die Zukunft unserer Gesellschaft entwickeln. Da liegt es auf der Hand, die Menschen vor Ort gemeinsam für unsere Inhalte zu begeistern.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Was sind die gemeinsamen Schwerpunkte im Wahlkampf?

Mißfelder: Das Thema Generationengerechtigkeit verbindet uns stark. Eine generationengerechte Politik basiert darauf, die Leistungen und Werte der älteren Generation anzuerkennen, wertzuschätzen und zu bewahren. Gleichzeitig müssen die Chancen der jungen Generation gefördert werden. Sie müssen zudem vor untragbaren Belastungen geschützt werden.

Wulff: Das Zusammenbringen der Generationen ist eine Querschnittsaufgabe und betrifft alle Politikfelder. Durch einen offenen Dialog möchten wir die Interessen der verschiedenen Generationen zusammenführen und Perspektiven für unsere alternde Gesellschaft entwerfen.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Das Thema Generationengerechtigkeit spielt auch in der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise eine große Rolle. Deutschland steht anders als viele andere europäische Länder sehr gut da. Welche Schwerpunkte setzt die Union, damit das so bleibt?
Mißfelder: Die Unionsparteien setzen mit ihrem Regierungsprogramm deutliche Akzente für eine familienfreundliche und generationengerechte Wirtschafts- und Finanzpolitik. Unser Land steht finanziell so gut da wie lange nicht. Trotzdem bleibt die Sanierung des deutschen Bundeshaushalts klare Zielvorgabe unserer Politik. Bereits in den vergangenen vier Jahren hat die Bundesregierung unter Führung der Unionsparteien viel für dieses Ziel getan: Es war die christlich-liberale Koalition, die auf Vorschlag der Jungen Union die Schuldenbremse im Grundgesetz verankert hat und damit zu ausgeglichenen Staatsfinanzen beigetragen hat.

Wulff: Unser Land ist heute der wirtschaftlich stärkste Staat Europas. Die ökonomische Entwicklung Deutschlands darf nicht durch eine stetig steigende Steuerbelastung gefährdet werden. Junge Menschen müssen die Möglichkeit haben, eine gute Ausbildung zu erfahren, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und eine Familie zu gründen – dies ist Aufgabe einer generationengerechten Politik.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Im Gegensatz zur Union planen die Oppositionsparteien massive Steuererhöhungen für die Zeit nach der Bundestagswahl. Was entgegnen Sie den Befürwortern dieser Pläne?

Wulff: Durch die Steuererhöhungspläne von SPD, Grünen und Linken wäre die wirtschaftliche Spitzenstellung Deutschlands massiv gefährdet. Insbesondere Familien mit mittleren Einkommen und mittelständische Unternehmen würden überdurchschnittlich stark belastet. Dieser Weg – die Einnahmen auf dem Rücken der hart arbeitenden Bevölkerung zu erhöhen und gleichzeitig die Verschuldung weiter voranzutreiben - ist ein Irrweg. Die Folgen würden alle Generationen nachhaltig belasten.

Mißfelder: Ich stimme Herrn Prof. Wulff zu. Die rot-grünen Steuererhöhungspläne schaden den deutschen Familienunternehmen massiv. Allein die vorgesehene Vermögensabgabe wirkt wie eine Bremse für das Wirtschaftswachstum. Die Stärke der deutschen Wirtschaft würde durch die unsinnige Steuerbelastung in erheblichem Umfang geschwächt.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat jüngst in der Mitteldeutschen Zeitung davon gesprochen, dass nach der nächsten Bundestagswahl die Zeit reif ist für eine Zusammenarbeit mit der Linken. Wie erklären Sie sich dieses Bekenntnis von Herrn Gabriel?

Mißfelder: Es wird immer deutlicher, dass die SPD aufgrund schlechter Umfragewerte eine Zusammenarbeit mit der SED-Fortsetzungspartei „Die Linke“ anstrebt. Eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit nach der Bundestagswahl ist eine realistische Option für die SPD.

Wulff: Offensichtlich glaubt die SPD selbst nicht mehr an eine Wiederauflage der rot-grünen Koalition. Ein Zusammengehen mit der Linken hätte jedoch katastrophale Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und das Ansehen unseres Landes.

Mißfelder: Die SPD muss jetzt sagen, dass sie mit den Linken koalieren will. Wir jedenfalls sprechen uns klar für eine Fortsetzung der christlich-liberalen Koalition unter Führung unserer Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel aus.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Die Bundeskanzlerin nimmt ihr iPad mit in den Urlaub. Sie beide sind auf Facebook sehr aktiv. Welche Rolle spielt das Internet in ihrer politischen Arbeit?

Wulff: Der digitale Wandel stellt Gesellschaft, Wirtschaft und Politik vor enorme Herausforderungen, die uns alle betreffen. Wir müssen die Chancen des Internets nutzen, ohne die Risiken zu ignorieren - dass gilt für alle Generationen. Zum Glück entdecken auch immer mehr Senioren die Möglichkeiten des Internets. Auch hier ist oft ein Dialog der Generationen gefragt (schmunzelt) – können doch in vielen Familien die Enkelkinder den Großeltern helfen, sich im Netz zurechtzufinden.

Mißfelder: Auch wir als Junge Union plädieren dafür, stärker die Chancen des Netzes zu betonen, als Risiken heraufzubeschwören. Es geht jedoch nicht darum, einer grenzenlosen Freiheit das Wort zu reden. Für uns als Junge Union gehören Freiheit und Verantwortung zwingend zusammen. Natürlich setzen wir in der politischen Kommunikation auch auf das Internet. Anfang Juli hat die Junge Union ihre neue Homepage gestartet. Mit unserem neuen Internetauftritt setzen wir Maßstäbe in der Kommunikation politischer Jugendverbände. Unsere Netzpolitik stellen wir auch in diesem Jahr als einzige politische Organisation auf der Spielemesse „gamescom“ in Köln vor.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Herr Mißfelder, Herr Wullf, eine letzte Frage: Sie beide sind auf Wahlkampftour und nehmen unzählige Termine wahr. Wie halten Sie das durch?

Wulff (lacht): Wer rastet, der rostet! Nein, im Ernst, mein politischer Gestaltungswille treibt mich jeden Tag von neuem an und hält mich lebendig. Wenn ich die Menschen vor Ort mit meinen Argumenten überzeugen kann, dass die Union für die Zukunft unseres Landes die richtige Wahl ist, dann freue ich mich darüber und ziehe auf meine alten Tage noch daraus viel Kraft und Energie.

Mißfelder: Wenn klar ist, wofür gekämpft wird und was für Deutschland auf dem Spiel steht, macht Wahlkampf Spaß. Die Bundestagswahl ist richtungsweisend für die Zukunft unseres Landes. Deshalb kämpfen wir gemeinsam für eine Fortsetzung der erfolgreichen christlich-liberalen Koalition.

ENTSCHEIDUNG/SOUVERÄN: Herr Wulff, Herr Mißfelder, vielen Dank für das Gespräch.

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