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Ein Gastbeitrag zum 70. Geburtstag der JU. Von Matthias Wissmann.

70 Jahre Junge Union Deutschlands – das ist wahrhaft Anlass, um gebührend zu feiern und auch den einen oder anderen Korken knallen zu lassen. Seit nunmehr sieben Dekaden bietet die JU all ihren Mitgliedern, Freundinnen und Freunden ein Dach, um gemeinsam zu diskutieren, Gedanken auszutauschen, frische Konzepte zu entwickeln und für eine christlich-demokratische Politik zu streiten und zu werben. Eine solch beeindruckende Historie ist sicherlich kein Selbstläufer. Denn wir alle wissen: Bei aller Freude und Begeisterung für die politische Arbeit, so ist diese doch gelegentlich auch anstrengend und beschwerlich. Gerade im jugendlichen Alter gehört Standkraft dazu, bei Gegenwind nicht umzufallen oder die eigene Zielrichtung zu wechseln. Dies gilt heute genauso wie zu meiner Zeit als Bundesvorsitzender der JU.

Klar ist aber: Ohne Eigeninitiative geht es nicht. Ohne persönliches Engagement lassen sich keine Weichen stellen, schon gar nicht in der Politik. Nur wer sich einbringt, kann gehört werden. Dabei ist gemeinsamer Erfolg nur dann zu erreichen, wenn sich jeder Einzelne in den Dienst der Mannschaft stellt und bereit ist, auch hinter der Bühne tatkräftig mit anzupacken. Für ein dauerhaft erfolgreiches Teamwork ist die Junge Union Deutschlands ein wahres Musterbeispiel – dafür verdienen alle Beteiligten größten Respekt.

Die inhaltliche Kernaufgabe einer christlich-demokratischen Partei ist es, die politischen Geschicke weiterzuentwickeln, dabei aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen und bestehende Werte zukunftsfest zu machen. Es ist nicht das Ziel, blind irgendwelchen theoretischen Idealvorstellungen nachzueifern oder an fantastischen Traumschlössern zu basteln. Stattdessen gilt es, sich an der jeweiligen Gegenwart und ihren Herausforderungen zu orientieren. Dazu zählt insbesondere auch, ökonomische oder technologische Grenzen anzuerkennen, die sich auch in einer globalisierten Welt nicht einfach per politischer Verordnung außer Kraft setzen lassen.

Offensichtlich ist, dass Deutschland über international wettbewerbsfähige industrielle Wertschöpfungsketten verfügt, die das maßgebliche Fundament für unser außergewöhnliches Wohlstands- und Beschäftigungsniveau darstellen. Die soziale Marktwirtschaft, in deren Rahmen eine exportstarke Industrie und ein innovativer Mittelstand Produkte „Made in Germany“ entwickeln und fertigen können – das ist das Erfolgsmodell, um das uns unsere europäischen Nachbarn und globalen Wettbewerber beneiden. Diese Stärke gilt es zu bewahren und möglichst weiter auszubauen.

In vielen aktuellen politischen Diskussionen aber wird leichtfertig und bewusst an den Ästen gesägt, auf denen wir sitzen. Aktivisten und Minderheiten haben Spaß daran, in schrillsten Tönen politische oder technologische Errungenschaften zu diskreditieren. Eklatant sichtbar wurde dieses besorgniserregende Phänomen in der breiten, aber wenig faktenbasierten Ablehnung einer modernen Handels- und Investitionspartnerschaft Europas mit den USA.

„Einfach mal was Neues“ auszuprobieren, mag vielleicht verlockend sein. Das beobachten wir nicht nur in Deutschland. Aber ob etwa die Briten vorausschauend handeln, wenn sie ihren tatsächlichen Einfluss in der EU gegen die Chimäre der Souveränität tauschen, wird sich erst noch erweisen müssen.

Dies alles sind Punkte, an denen eine kluge christlich-demokratische Politik die Stimme erheben muss: für offene Märkte statt handelspolitische Abschottung, für solide Finanzen statt Schuldensozialismus, für eine innovationsfördernde Balance von Ökonomie und Ökologie statt staatlichem Dirigismus. Für die soziale Marktwirtschaft zu kämpfen, mag vielleicht nicht immer besonders innovativ klingen. Deshalb ist auch hier Standkraft gefragt. Denn eine dauerhaft tragfähige Alternative dazu gibt es nicht.

Matthias Wissmann war Bundesvorsitzender der Jungen Union von 1973 bis 1983 und ist Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

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