Wähle deinen Beitrag:     Euro  

In der ENTSCHEIDUNG schildern sechs Jungpolitiker der Union aus Landtag, Bundestag und Europaparlament ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - und Politik. Teil II der Serie mit Steffen Bilger MdB, Florian Graf MdA und Katrin Albsteiger MdB.

Steffen Bilger MdB

Die Anfrage der Entscheidung erreicht mich im Urlaub. Auch wenn es der erste Urlaub mit meiner Frau seit einem Jahr ist und unser erster Urlaub mit Kind, nachdem mitten im Landtagswahlkampf im März unser Sohn auf die Welt kam, sage ich natürlich gerne zu, einen Beitrag zum Thema „Wie bringst Du Familie, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut?“ zu schreiben.

In meiner aktiven JU-Zeit hätte ich noch treffender über das genannte Thema schreiben können. Denn jetzt bin ich ja Vollzeitpolitiker. Früher im Ehrenamt als JU-Landesvorsitzender neben meinem Beruf waren die Herausforderungen noch einmal andere.
Meine Erfahrung aus der Zeit vor dem Mandat: es ist nicht nur altklug von vielen daher gesagt, sondern wirklich enorm wichtig, dass man wegen der JU niemals seine Ausbildung gefährdet. Durch die JU lernen wir so viel fürs Leben dazu, dass sich der Einsatz immer lohnt und wenn die Noten vielleicht nicht ganz so gut sind wie sie sein könnten, ist das sicher verschmerzbar. Aber für das ehrenamtliche Engagement sollte man nie riskieren ganz ohne Abschluss dazustehen.

Oft werde ich gerade jetzt als junger Familienvater gefragt, wie das denn alles funktioniere mit Familie, Kind, Mandat und allem anderen. Ich gebe zu, es ist eine andauernde Herausforderung. Zum Glück hat meine Frau viel Verständnis für die Politik und mich immer unterstützt. Zu einigen Anlässen gehen wir auch gemeinsam und wenn wir dabei alte und neue Freunde (natürlich auch aus der Jungen Union) treffen, ist es eine schöne Zeit für uns beide.

Wie gelingt es nun alles unter einen Hut zu bringen und dabei allen Anforderungen gerecht zu werden. Wichtig: Freiräume schaffen, also frühzeitig im Kalender einplanen, wann man zuhause sein wird, immer viel Kontakt zur Familie halten und auch einmal deutlich artikulieren, dass die Priorität nicht immer auf den politischen Terminen liegen kann.

Letztendlich sind wir ja alle in der Politik, um unser Land und unsere Gesellschaft zum besseren zu entwickeln. Wenn ich auf gemeinsame Zeit mit meinem Sohn verzichten muss, dann wenigstens mit dem Wissen, mich eben auch für seine Zukunft zu engagieren.

Florian Graf MdA

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist heute einer der wichtigsten Standortfaktoren – insbesondere in einer stetig wachsenden Großstadt wie Berlin. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, vor allem der Politik, aber ausdrücklich auch der Unternehmen, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, diese weiter zu fördern. Wir brauchen hier noch mehr Flexibilität und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Nicht zuletzt aus meiner eigenen Erfahrung heraus weiß ich, dass es nicht immer leicht ist, Familie, meine Arbeit als Fraktionsvorsitzender, das ehrenamtliche Engagement in der Partei und aktuell auch noch den Wahlkampf unter einen Hut zu bekommen. Sicherlich würde ich das auch nicht so gut hinbekommen, würden meine Frau, die selbst auch berufstätig ist, und ich nicht an einem Strang ziehen.

Mir war und ist es aber auch genau deshalb so wichtig, dass wir als CDU in den vergangenen fünf Jahren, in denen wir in Berlin mit Regierungsverantwortung getragen haben, einige wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht haben, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen sollen:

Wir haben Berlins bundesweite Spitzenreiterposition in der frühkindlichen Bildung und Betreuung weiter ausgebaut. Seit Beginn der Legislatur haben wir 20.000 neue Kitaplätze geschaffen und für deutlich mehr Personal gesorgt, denn entscheidend für die Qualität der Betreuung sind die Erzieherinnen und Erzieher! Und wir entlasten die Familien durch eine schrittweise Abschaffung der Kitagebühren beginnend ab diesem Jahr.

Wir haben eine uneingeschränkte Geschwisterkinderregelung sowie den Faktor „Wohnortnähe“ für den Zugang zur Oberschule eingeführt, damit Eltern die Möglichkeit haben zeiteffektiv ihre Kinder zur Schule zu bringen und auch wieder abzuholen. Zudem haben wir die Hortlücke in den 5. und 6. Klassen geschlossen.
Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft. Es ist unsere Aufgabe, Familie so viel Raum und Freiheit wie nur möglich zu geben und dafür die entsprechenden Strukturen zu schaffen.“

Katrin Albsteiger MdB

Da gibt es doch diese Werbung im Fernsehen, in der die Mutter sagt: "Ich manage ein Familienunternehmen". Genau das ist es: Ein Unternehmen - aber mit ganz viel Herz!Es geht hier nicht nur darum, wie man die Familie, den Beruf und das Ehrenamt unter einen Hut bekommt. Klar: Man muss organisieren, vorausdenken, Zeit planen und sie sich vor allem nehmen, aber beim "Familienunternehmen der besonderen Art" spielen ja auch die Gefühle eine wichtige Rolle.

Um alles unter einen Hut zu bekommen, braucht man eine gehörige Portion Selbstdisziplin gepaart mit der Einsicht, dass man entbehrlich ist, nicht überall sein muss und ich nicht bei allem "hier" rufen muss, wenn Termine zu vergeben sind. Hat man das erstmal verinnerlicht und akzeptiert gleichzeitig, dass nicht immer jeder dafür Verständnis hat, dann kann man es auch schaffen, sich einen Tag in der Woche für die Familie freizuhalten oder auch mal einen Urlaub ohne Arbeit zu verbringen. Als Mitglied bei der Initiative "Eltern in der Politik" und deren Leitmotiv "Sonntags gehören Mutti und Vati uns", versuche ich immer, meine Termine so zu legen, dass ich am siebten Tag in der Woche einen Familientag einlege. Manchmal klappt das, manchmal leider nicht.

Organisatorisch bekommen wir Zuhause alles super hin - liegt aber sicher auch daran, dass ich die bestmögliche Unterstützung von meinem Mann habe. Ohne dem Partner geht es nicht. Er ist in Elternzeit und kümmert sich um (fast) alles. Zwei Haken aber hat die Sache doch: Erstens musste ich akzeptieren, dass er Zuhause das Sagen hat. Als Frau und Mutter ist das eine Herausforderung ;-) Er ist ja oft alleine und muss dann ohne mich entscheiden, wie die Dinge ablaufen, wann was erledigt wird und nicht zuletzt wie die Erziehung stattfindet. Da kann an den Tagen, an denen ich Daheim bin nicht alles so laufen, wie ich es mir gerade vorstelle. Das zu akzeptieren hat eine Zeit gedauert... Zweitens ist das organisatorische Funktionieren nur die halbe Miete. Vom Emotionalen haben wir ja noch gar nicht gesprochen. Das lässt sich nicht einfach mal so managen. Das muss man mit sich selbst ausmachen und langsam lernen. Offen gestanden hab ich da noch eine Menge Arbeit vor mir und richtig gewöhnen wird man sich an die Wochen ohne Familie sicher nie.
Alles in allem steht aber fest: Jeder Stress, jede schlaflose Nacht und jede Träne, die man manchmal verdrückt, weil man sich mal wieder für 5 Tage nach Berlin verabschieden muss, kann man wegstecken, wenn diese kleine Wesen einem in die Augen schaut und ein Lachen schenkt. Liebe Freunde, ich kann nur sagen: Es funktioniert - es lohnt sich - zur Nachahmung empfohlen ;-)

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Ihr Ansprechpartner

Juergen

Jürgen Kornmann - Bildungsreferent

Für konkrete Anfragen zu Namensartikel, Interviews, O-Tönen und Pressefotos (die auch hier zu finden sind) stehe ich gerne zur Verfügung. Die Junge Union Deutschlands veröffentlicht regelmäßig Pressemitteilungen.

E-Mail senden Anrufen (030/27878719)

Kommentar schreiben

Für diesen Inhalt ist es nicht mehr möglich, einen Kommentar zu schreiben!

Dein Kontakt zu Paul:
paul@junge-union.de
030 / 278 787 15

Dein Kontakt zur Bundesgeschäftsstelle:
ju@junge-union.de
030 / 278 787 0