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Unsere Geschichte

Seit nunmehr über 65 Jahren ist die Junge Union die politische Nachwuchsorganisation von CDU und CSU. In den über fünf Jahrzehnten seit ihrer Gründung in Königstein ist es der JU gelungen, ihre Funktionen – kritischer Begleiter der Politik, Motor von Reformen und Vertreter der jungen Generation zu sein – erfolgreich zu erfüllen. Mit ihren Ideen und natürlich auch mit ihren Persönlichkeiten konnte die Junge Union die politisch-gesellschaftliche Entwicklung der alten Bundesrepublik sowie des vereinten Deutschlands maßgeblich prägen. Frauen und Männer wie Bruno Six, Fred Sagner, Josef Dufhues, Ernst Majonica, Gerhard Stoltenberg, Bert Even, Egon Klepsch, Jürgen Echternach, Matthias Wissmann, Christoph Böhr, Hermann Gröhe oder Hildegard Müller sorgten als JU-Bundesvorsitzende - unterstützt durch die engagierten Verbandsmitglieder - dafür, dass die Junge Union Deutschlands der größte politische Jugendverband Europas geworden ist.

Weiterhin gilt das Wort von Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl:

Die Junge Union kann stolz darauf sein, was sie in fünf Jahrzehnten geleistet hat. CDU und CSU wissen sehr gut, was sie an ihrer Jugendorganisation haben. Zur Erfolgsgeschichte der Union hat die JU einen unersetzlichen Beitrag geleistet.

Eine umfangreiche Zusammenfassung der JU-Jahre seit 1945 bietet die folgende chronologische Zeitachse.

1945

Bereits kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges in Europa gründen sich mit der "Jungen Aktion" und der "Arbeitsgemeinschaft junger Deutscher in der CDU" Vorläufer-Verbände der Jungen Union. Der militärischen und moralischen Niederlage Deutschlands soll eine demokratische Hoffnung entgegengesetzt werden. Erfahrungen aus der katholischen und evangelischen Kirchenarbeit helfen den jungen Menschen, sich in kleinen Diskussionsrunden zu organisieren.

1946

Junge Christdemokraten sind in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) massiven Verfolgungen ausgesetzt, viele von ihnen werden verhaftet, gefoltert und ermordet.

Im westfälischen Recklinghausen versammeln sich 53 Vertreter der acht Landesverbände in der britischen Zone erstmalig zu einer konstituierenden Sitzung. Auf der Tagung wird ein historischer Beschluss gefasst: "Grundsätzlich nennt sich die genannte Altersgruppe (18 bis ca. 35 Jahre) von der Ortsgruppe bis zum Zonenverband "Junge Union" in der CDU".

1947

Beim 1. Deutschlandtreffen der JU vom 19.-21. Januar in Königstein im zuvor bereits auf Taunus gründet sich der Bundesverband, nachdem es auf Länderebene verschiedene JU-Verbände gegeben hatte.

Dr. Bruno Six wird zum ersten Bundesvorsitzenden gewählt.

Ihren zweiten Deutschlandtag veranstaltet die Junge Union in der Hauptgeschäftsstelle der CDUD in Ost-Berlin. Die Versammlung in der Jägerstraße soll die Solidarität der JU Deutschlands mit ihren in der SBZ verhafteten Mitgliedern zum Ausdruck bringen.

In Hamburg findet vom 12. bis zum 15. August der dritte Deutschlandtag statt. In der Hansestadt konstituiert sich der Deutschlandrat als oberstes Gremium zwischen den Deutschlandtagen.

1948

Am 26. Januar 1948 wird die Junge Union in der SBZ von den kommunistischen Machthabern in Moskau und Ost-Berlin endgültig verboten und muss ihre Arbeit im Osten Deutschlands wegen der fortgesetzen Verfolgung ihrer Mitglieder einstellen.
Fred Sagner wird Bundesvorsitzender.

1949

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 forciert eine engere Zusammenarbeit der westlichen Landesverbände der JU. Auf seiner Sitzung in Oberwesel am 2. und 3. Juli beschließt der Deutschlandrat die fortan gültige Satzung der Jungen Union Deutschlands.

Josef Hermann Dufhues wird Bundesvorsitzender.

1950

Mit den „Würzburger Beschlüssen" gibt sich die JU das erste gemeinsame Programm. Als ethische Grundlage zur Erneuerung des geistigen und kulturellen Lebens wurde das Christentum ins Zentrum gerückt. Ebenso forderte man die rasche Wiedervereinigung Deutschlands. In der Europapolitik sprach sich die JU für einen Zusammenschluss der europäischen Staaten aus.

Auf ihrem Gründungsparteitag in Goslar erkennt die Bundes-CDU die JU in ihrem Statut als "selbstständige Vertretung der Jugend" innerhalb der Partei an.

Ernst Majonica wird Bundesvorsitzender.


1951

Die Bundeshauptstadt Bonn bereitet vom 28. bis 30. September die Bühne für den vierten Deutschlandtag der Jungen Union. Seit dem 28. Januar unterhält die JU auch ein selbstständiges Bundessekretariat in der beschaulichen Kapitale am Rhein.

Der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Konrad Adenauer, war von der politischen Leidenschaft der JUler während der Tagung derart beeindruckt, dass er später auf dem CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe erklärt: "Der Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn, der vor kurzer Zeit stattgefunden hat, zeigte ein so großes politisches Verständnis für die Gesamtlage und einen solchen Schwung, daß wir der jungen Generation volles Vertrauen schenken können."

1952

Gemeinsam mit Jugendorganisationen aus anderen westeuropäischen Staaten organisiert die Junge Union Deutschlands im Oktober die Einberufung eines Jugendparlamentes in Den Haag.

1953

Die ENTSCHEIDUNG wird als Magazin des Bundesverbandes aus der Taufe gehoben - damals noch unter dem Namen "Informationen der Jungen Union Deutschlands".

Gegen die blutige Niederschlagung des Volksaufstandes in der "DDR" am 17. Juni 1953 protestieren hunderte JUler in West-Berlin und in der Bundesrepublik Deutschland.

1954

Finanzierungschwierigkeiten hindern den Bundesvorstand daran, den alljährlichen Deutschlandtag einzuberufen. Zu dieser Zeit existiert weder ein Jugendplan noch eine andere finanzielle Hilfe für politische Jugendorganisationen. Da die Unionsparteien zunächst eigene Wahlkampfschulden abzahlen müssen, ehe sie der Jungen Union einen entsprechenden Zuschuß leisten können, reichen die Eigenmittel des Verbandes zur Abhaltung der Delegiertentagung nicht aus. An Stelle des Deutschlandtages kommt der Deutschlandrat vom 10. bis zum 11. Juli im "Haus Steineck" in Mehlem zusammen.

1955

Der spätere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und Bundesminister der Finanzen, Dr. Gerhard Stoltenberg, wird auf dem Deutschlandtag in Augsburg zum Bundesvorsitzenden gewählt.

1956

Erstmals in der Geschichte des Verbandes reisen zahlreiche Journalisten zum Deutschlandtag nach Travemünde, um über die Versammlung der Jungen in der Union zu berichten. Mit offenen und kritischen Worten konzentrieren sich die Debatten auf den im Zenit seiner Popularität stehenden Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Adenauer. Die Ergebnisse des Deutschlandtages an der Ostsee fasst JU-Bundessekretär Heinz Schwarz wie folgt zusammen: "Während man in den Anfängen der Jungen Union noch die soziale Tat verlangte und auch verlangen musste, ruft die junge Generation heute nach der geistigen Tat."

1957

Gemeinsam mit den Spitzen der Unionsparteien CDU und CSU, unter ihnen Bundeskanzler Adenauer, feiert der JU-Bundesvorstand das zehnjährige Bestehen der Jungen Union Deutschlands im Kurhaus von Königstein im Taunus.

1958

Während des Deutschlandtages in Konstanz hält Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Ludwig Erhard vor Tausenden von Bürgern und Delegierten eine Rede auf dem größten Platz der Bodenseestadt, in der er die Leistungen der JU würdigt: "Die Junge Union war seit ihrem Bestehen die Präsentation eines starken politischen Bewußtseins aus christlich-demokratischer Verantwortung heraus und ein eindrucksvolles Zeugnis gegen die oft etwas leichtfertig hingesprochene Behauptung, der deutschen Jugend ermangele es an der Bereitschaft zur politischen Mitarbeit."

1959

Nach der Aufkündigung des Viermächtestatus über Berlin durch den sowjetischen Machthaber Nikita Chruschtschow und seine Forderung an die USA, Großbritannien und Frankreich, den Westteil der Stadt aufzugeben, beschließt der Deutschlandrat der Jungen Union, den Deutschlandtag 1959 symbolisch in der geteilten Metropole stattfinden zu lassen. JU-Chef Stoltenberg begründet den Entschluss mit der demokratischen Verantwortung seines Verbandes: "Es ging wie 1947 um die Sicherung der Freiheit Berlins und der Bundesrepublik gegenüber der kommunistischen Herausforderung".

1960

Während des Deutschlandtages in Mainz nimmt die Junge Union eine wirtschaftspolitische Positionsbestimmung vor und grenzt sich damit von der SPD, aber auch der FDP ab: "Der Wohlstand ist im Bewußtsein der Jungen Union nicht der Zweck und das Ziel der menschlichen Existenz, sondern nur ein Mittel und eine Hilfe zur Freiheit und Unabhängigkeit des Menschen. Der innere Sinn des materiellen Wohlstandes beruht nicht nur darin, den Menschen von der Sorge um seine materielle Existenz zu befreien. Mindestens ebenso wichtig ist die ihm damit ermöglichte Freiheit des Werdens und die Unabhängigkeit der persönlichen Entscheidung."


1961

Am 13. August 1961 beginnen DDR-Grenzer und Pioniere der Nationalen Volksarmee unter der Rückendeckung sowjetischer Panzer mit dem Bau einer massiven Grenzanlage durch Berlin und ganz Deutschland. An diesem Tag startet für die Junge Union Deutschlands ein 28 Jahre andauernder Kampf gegen die "längste Gefängnismauer der Welt". Die JU hat den Traum der deutschen Wiedervereinigung seitdem nie aufgegeben.

Auf dem Oldenburger Deutschlandtag kandidieren zwei gestandene JUler für die Nachfolge Stoltenbergs. Der Rheinländer Dr. Bert Even und das rheinland-pfälzische Bundesvorstandsmitglied Dr. Egon Klepsch. Even setzt sich letztendlich in der Wahl zum Bundesvorsitzenden knapp durch.

1962

Zu Beginn des Jahres treffen sich der JU-Bundesvorstand und der Deutschlandrat zu einer gemeinsamen Tagung in Berlin. Am 20. Januar wird der "Berliner Appell" veröffentlicht, in dem das SED-Regime sprachlich kompromisslos als "gottlos" benannt wird. Wenige Monate nach dem Mauerbau legen die Vertreter der JU in der Spreemetropole bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der betonierten Teilung das Gelöbnis ab, dem ganzen deutschen Vaterland Liebe zu bewahren und für die Verteidigung der Freiheit "auch harte materielle und persönliche Opfer zu bringen".

1963

Die außenpolitischen Vorstellungen der Jungen Union konzentrieren sich auf zwei Grundströmungen. Die Trennlinie verläuft zwischen denjenigen, die die "Achse Bonn-Paris" weiter ausbauen wollen und den den so genannten "Atlantikern", die die deutsch-amerikanische Freundschaft als den besten Weg zur Stärkung des freien Europas ansehen.

Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer tritt von seinem Amt zurück, eine 14 Jahre andauernde Ära geht zu Ende. Die Junge Union hatte sich bereits 1962 für einen personellen Wechsel an der Spitze der Bundesregierung stark gemacht. Adenauers Nachfolger wird Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Ludwig Erhard.

Während des Deutschlandtages im hessischen Fulda setzt sich Dr. Egon Klepsch gegen seinen Mitkonkurrenten Friedrich Vogel durch und wird zum Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt.

1964

JU-Chef Klepsch wird zum Präsidenten der neugegründeten "Internationalen Union Junger Christlicher Demokraten Europas" (IUJCD) gewählt.

Der Deutschlandtag der Jungen Union findet in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken statt.

Erstmals initiiert die JU einen Jugendkongress, auf dem 30 Jugend- und Studentenverbände in Koblenz miteinander diskutieren.

Papst Paul VI. empfängt eine Delegation des JU-Bundesvorstandes um den Bundesvorsitzenden Dr. Egon Klepsch und Bundessekretär Florian Harlander im Vatikan.

1965

In Berlin ist die Junge Union Gastgeber des 2. Weltkongresses der IUJCD. 120 Delegierte aus 16 lateinamerikanischen und 17 europäischen Ländern reisen in die geteilte Stadt, um über die Zukunft Europas zu beraten.

Während einer Gedenkstunde an der Berliner Mauer bekräftigt die JU ihren Anspruch, die Stimme der unterdrückten Jugend im Osten Deutschlands zu sein.

Dr. Egon Klepsch wird auf dem Deutschlandtag in Bad Godesberg erneut zum JU-Bundesvorsitzenden gewählt.

1966

Gemeinsam mit dem CDU-Wirtschaftsrat veranstaltet die Junge Union das
"Forum´66", ein Sachgespräch mit Unternehmern über den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Kanzlerdämmerung für Erhard, Dr. Kurt Georg Kiesinger wird zum Bundeskanzler einer Große Koalition gewählt. Vor seiner Wahl spricht Kiesinger als Ministerpräsident von Baden-Württemberg auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Würzburg.

1967

Im April stirbt Dr. Konrad Adenauer im Alter von 91 Jahren. Zur Beisetzung des Mannes, der als Bundeskanzler die Republik mit der Politik der Westintegration, der Sozialen Marktwirtschaft, der Aussöhnung mit Frankreich und Israel und der Europäischen Einigung wie kein anderer geprägt hat, reisen Staatsmänner aus aller Welt nach Bonn. Hunderttausende Menschen verfolgen an den Ufern des Rheins das vorbeifahrende Schnellboot mit dem Sarg Adenauers an Bord. Die Junge Union trauert um einen ihrer größten Förderer, einen bedeutenden Regierungschef und überzeugten Christdemokraten.

Beim Besuch des Schahs von Persien in West-Berlin brechen am 2. Juni alle Dämme, linksradikale Studenten und Polizei treffen aufeinander, der Mitläufer Benno Ohnesorg wird erschossen. Die JU ruft angesichts der angespannten Situation zur Mäßigung auf.

Die Junge Union feiert ihr 20-jähriges Bestehen während des Deutschlandtages in Berlin. Bundeskanzler Dr. Kurt Georg Kiesinger hält während des Jahrestreffens der JU eine vielbeachtete Rede. Der Tübinger Politologieprofessor Theodor Eschenburg bezeichnet die JU als "die erfolgreichste personalpolitische pressure group" dieser Jahre.

1968

Am 21. August schlagen Truppen des Warschauer Paktes die Demokratisierungsbewegung in der CSSR blutig nieder. Die Junge Union demonstriert vor der sowjetischen Botschaft in Bonn gegen die kommunistische Willkürherrschaft im Ostblock.

Dr. Helmut Kohl, der Vorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz, lädt die Junge Union ein, im Oktober in seiner Heimatstadt Ludwigshafen den Deutschlandtag zu veranstalten.

Während der Studentenunruhen organisiert die JU an der Universität Frankfurt am Main, einer Hochburg linksextremen Protests, einen Hochschulkongress.

1969

Auf dem Deutschlandtag in Hamm endet die sechsjährige Amtszeit von Dr. Egon Klepsch. Nach dem Machtwechsel im Zuge der Bildung einer sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt werden harte Diskussionen über das Abschneiden von CDU und CSU geführt. Die Junge Union sieht sich fortan als eigenständiger Reformmotor der Unionsparteien.

Jürgen Echternach aus Hamburg wird in Hamm zum Bundesvorsitzenden gewählt.

1970

Unter dem Leitmotto "Demokratie und Leistung" findet vom 25. bis zum 27. September der Deutschlandtag in Braunschweig statt. Die Delegierten verabschieden ein Mitbestimmungsmodell, das die Rechte der Arbeitnehmer stärken soll, ohne die Leistungsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu gefährden.


1971

Der Deutschlandtag in Bremen beschließt, die Altersunter- und Obergrenze für die JU-Mitgliedschaft auf 14 bzw. 35 Jahre herabzusetzen. Zuvor konnte man sich zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr im Verband betätigen.

In der Hansestadt fällt zudem die Entscheidung, ein Grundsatzprogramm auszuarbeiten: "Der Bundesvorstand wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden den Entwurf eines Grundsatzprogrammes zu erarbeiten, der programmatische Aussagen zu den für die JU und die junge Generation wesentlichen Bereichen enthält. Dazu gehören insbesondere Ausbildung, Jugendpolitik, Parlamentarismus und Gesellschaftspolitik."

1972

Im Juni gründet sich bundesweit die Schüler Union (SU). Ziel dieser Vereinigung ist es auch, engagierte Schüler für eine spätere Mitarbeit in der JU zu interessieren.

Auf dem Deutschlandtag in Fulda vom 29. bis zum 1. Oktober wird das Grundsatzprogramm unter dem Titel "Für eine humane Gesellschaft" von der großen Mehrheit der Delegierten verabschiedet. Es ist durchzogen von Themen wie demokratischer Staat und offene Gesellschaft, Bildung als zukunftsorientierte Gesellschaftspolitik sowie Friedenspolitik. Auch ein weitreichendes Konzept zum Umweltschutz wird vorgelegt. Weit vor den Unionsparteien hatte die Junge Union damit ein Leitbild christlich-demokratischer und christlich-sozialer Politik formuliert.

1973

In seinem letzten Rechenschaftsbericht als JU-Chef gibt Jürgen Echternach auf dem Deutschlandtag in Hamburg bekannt, dass die Mitgliederzahl des Verbandes auf 170.000 gestiegen sei. Viele junge Menschen waren im Zuge der Studentenunruhen und der linksextremen Demonstrationen der Jungen Union beigetreten, weil sie nicht akzeptieren wollten, dass marxistisch-leninistische Gruppen den Ton angeben.

Matthias Wissmann wird neuer Bundesvorsitzender.

Während den Weltjugendfestspielen in Ost-Berlin verteilen JUler unter den Augen von Stasi-Agenten und FDJlern Menschenrechtserklärungen und westliche Zeitungen auf dem Alexanderplatz.

1974

Der Deutschlandtag im rheinland-pfälzischen Lahnstein beschließt ein Strategiepapier, dass sich weit von der CDU-Programmatik entfernt. Konflikte mit den Mutterparteien werden bewusst einkalkuliert: "Mitglieder der Jungen Union müssen für ihre politischen Überzeugungen kämpfen. Hierbei dürfen Konflikte, wenn sie sachlich begründet sind und fair ausgetragen werden, nicht gescheut werden. Niederlagen in der Partei können die Junge Union nicht daran hindern, auch kontroverse Fragen zu Diskussion zu stellen. Amts- und Mandatsträger der Jungen Union werden häufig dadurch in Konflikt geraten, dass die Ziele der Jungen Union in der Partei auf Widerstand stoßen."

1975

Der Deutschlandtag in Mönchengladbach bildet Höhepunkt und zugleich Abschluss der seit 1969 stärker gewordenen Distanzierung der Jungen Union zu CDU und CSU.

1976

Mit Dr. Helmut Kohl wird erstmals ein früherer JUler zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt.

In Wildbad Kreuth fällt die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag den Beschluss, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU nicht mehr fortzusetzen. Auf dem dem Deutschlandtag in Offenburg kommt es zu turbulenten Diskussionen, auch die Junge Union steht vor einer Zerreißprobe. Am Ende vollzieht der CSU-Vorsitzende Dr. Franz Josef Strauß eine Kehrtwende und revidiert den Kreuther Trennungsbeschluss.

1977

Der Deutschlandtag in der bayerischen Landeshauptstadt München findet angesichts des RAF-Terrors unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Kurz zuvor war Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer von den Linksterroristen brutal ermordert worden.

In München feiert die Junge Union in Anwesenheit des CSU-Vorsitzenden Dr. Franz Josef Strauß und CDU-Generalsekretär Dr. Kurt Biedenkopf ihr 30-jähriges Bestehen.

1978

Sechs Jahre nach der Jungen Union Deutschlands verabschiedet die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Ludwigshafen erstmals ein Grundsatzprogramm. JU-Chef Matthias Wissmann schreibt dazu rückblickend: "Die intensive Diskussion, die auf dem Ludwigshafener Parteitag der Verabschiedung des Grundsatzprogramms vorausging, wurde von der Jungen Union wiederum zur Einbringung eigener Vorstellungen genutzt. So trägt insbesondere das Kapitel "Umwelt" die deutliche Handschrift der Jungen Union".

1979

Die Delegierten des außerordentlichen Deutschlandtages in Frankfurt am Main verabschieden ein jugendpolitisches Programm, das als Strategie gegen die Jugendarbeitslosigkeit die Erhöhung des Wirtschaftswachstums, die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, die Verbesserung des Investitionsklimas, die Schaffung leistungsfreundlicher Strukturen im Wirtschafts- und Steuerrecht sowie das Werben für unternehmerische Tätigkeit vorsah.

1980

Mit über 258.000 Mitgliedern erreicht die JU einen vorläufigen Mitgliederrekord. Seit Beginn der 70er Jahre konnte der Bundesverband seine Mitgliedszahl nahezu verdoppeln.

Die Junge Union unterstützt die Kanzlerkandidatur von Dr. Franz Josef Strauß. Nach einem hart geführten Wahlkampf, den die Unionsparteien unter das Motto "Freiheit statt Sozialismus" gestellt haben, verfehlen CDU und CSU nur knapp ihr Ziel, Bundeskanzler Helmut Schmidt in der Regierungsverantwortung abzulösen.



1981

Die Junge Union kämpft für Menschenrechte und die Deutsche Einheit: Mehr als 50.000 Menschen versammeln sich zu einer JU-Kundgebung im November anlässlich des Staatsbesuches von KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew auf dem Bonner Marktplatz. Die zahlreichen prominenten Redner prangern die Menschenrechtssituation in der Sowjetunion und in anderen Staaten des Warschauer Paktes an und fordern die Freilassung politischer Gefangener.

1982

Regierungswechsel in Bonn: Der ehemalige stellvertretende JU-Vorsitzende von Rheinland-Pfalz, Dr. Helmut Kohl, wird am 1. Oktober zum sechsten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Nach 13 Jahren in der Opposition wird die Junge Union wieder "Regierungsjugend".

1983

In der seit 1979 währenden Debatte um den NATO-Doppelbeschluss spricht sich die JU klar für die darin vorgeschlagene Nachrüstung aus.

Dr. Christoph Böhr wird Bundesvorsitzender. Auf dem Deutschlandtag in Berlin wird zudem über die Vereinbarkeit und Ökologie und Ökonomie diskutiert. Die Junge Union hat sich in der Amtszeit von Matthias Wissmann mit 265.000 Mitgliedern zur größten politischen Jugendorganisation in Deutschland entwickelt.

1984

Erstmals organisiert die Junge Union Deutschlands bundesweit Jugendcamps, bei denen auf regionale Politik eingegangen oder ein politisches Planspiel angeboten wird. Dazu schreibt JU-Chef Dr. Christoph Böhr: "Wenn überhaupt, dann gelingt es wohl nur noch so, den unmittelbaren Sinn von Politik jungen Menschen deutlich zu machen - indem wir sie erleben lassen, was es heißt, die Lösung von Problemen nicht nur anderen abzuverlangen, sondern selbst zu erfahren, daß die Herausforderungen unserer Zukunft persönliche Mitwirkung und Mitverantwortung erfordern."

1985

Die Vereinten Nationen rufen 1985 zum "Jahr der Jugend" aus. Während die Jusos das Ereignis nutzen, um im Rahmen der "antiimperialistischen Solidarität" zu den Weltjugendfestspielen, einem kommunistischen Fähnchenschwing-Wettbewerb, nach Moskau fahren, unternahm die Junge Union den Versuch, das Motto des Jahres mit Leben zu füllen. Unter dem Titel "Jugend hilft Jugend" startet die JU eine großangelegte Arbeitsmarktoffensive und bietet arbeitslosen Jugendlichen konkrete Hilfe an.

Der von der SED-Führung blockierte innerdeutsche Jugendaustausch wird auf Initiative der Jungen Union wieder aufgenommen. Viele Stadt- und Kreisverbände der JU reisen daraufhin in die "DDR".

Auf dem Deutschlandtag in Osnabrück beschäftigt sich die Junge Union mit den ethischen Herausforderungen der Gentechnologie. In der Präambel des Leitantrages heißt es dazu: "Wir, die junge Generation in der Mitte der achtziger Jahre, leben in einer Zeit des Umbruchs. Weltweit verändert eine immer weiter entwickelte Technik das Leben des Menschen in immer schnellerem Tempo. Bei vielen besteht Angst vor dem, was die technissierte Welt noch alles hervorzubringen vermag."

1986

Mitglieder der Jungen Union demonstrieren im Mai vor der Botschaft von Nicaragua in Bonn gegen die diktatorische Regierungspolitik der Sandinisten.

1987

Anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerbaus sowie des Staatsbesuchs von Erich Honecker in der Bundesrepublik fordert die JU den Abriss der Mauer. Sie erinnert auch an die unzähligen Menschenrechtsverletzungen in der DDR.

Die Junge Union feiert während des Deutschlandtages in Dortmund ihr 40-jähriges Bestehen. Unter dem Motto "Träumen, Denken, Handeln" stellt die Programmkommission unter der Leitung des stellvertretenden JU-Bundesvorsitzenden Roland Koch den Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm vor.

1988

Zum 35. Jahrestag des Arbeiteraufstandes in der "DDR" am 17. Juni 1953 versammeln sich mehr als 10.000 Menschen zu einer Großdemonstration der Jungen Union Deutschlands auf dem Kurfürstendamm in Berlin, um gegen die sozialistischen Unrechtsregime im Ostteil der Stadt und in Moskau auf die Straße zu gehen.

Die Delegierten des Deutschlandtages in Baden-Baden machen in einer Erklärung deutlich, dass für sie "Europa nicht an der Berliner Mauer endet." Keiner ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass ein gutes Jahr später die Mauer Risse bekommen und letztendlich fallen würde. Der Wille zur Deutschen Einheit bestand in den Reihen der JU jedoch ungebrochen.

Im Oktober stirbt mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Dr. Franz Josef Strauß einer der größten Förderer der Jungen Union.

1989

Auf dem außerordentlichen Deutschlandtag in Oldenburg verabschieden die Delegierten das neue Grundsatzprogramm "Der Mensch im Mittelpunkt", das den Leitgedanken des Subsidiaritätsprinzips stärker als bisher berücksichtigt.

Unter dem Eindruck der historischen Entwicklungen in Osteuropa, der Flucht zehntausender Deutscher aus der "DDR" über die Botschaften in Budapest und Prag und der Massendemonstrationen in Leipzig und Ost-Berlin findet vom 3. bis 5. November der Deutschlandtag in Erlangen statt. Mit einem Lichtermarsch durch die Innenstadt von Erlangen bekundet die Junge Union gemeinsam mit Gastredner Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl ihre Solidarität mit den nach Freiheit strebenden Landsleuten auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs.

Hermann Gröhe wird in der bayerischen Universitätsstadt zum Bundesvorsitzenden gewählt.

Nur wenige Tage nach seiner Wahl erlebt JU-Chef Gröhe den Mauerfall in Berlin: "Am 10. November stand ich nachmittags vor dem Brandenburger Tor unmittelbar an der Mauer, die Berlin in zwei Teile trennt und die bis wenige Stunden vorher den Menschen aus dem Ostteil der Stadt den Zugang zum Westen verwehrt hat. Unbeschreibliche Freude und Ausgelassenheit prägen das Bild."

Just am Tag des Mauerfalls gründet sich am 9. November in Ost-Berlin die Christlich-Demokratische Jugend (CDJ). Damit gibt es 41 Jahre nach dem Verbot der JU in der damaligen SBZ wieder einen freien, christlich-demokratischen Verband junger Menschen im Osten Deutschlands.

1990

Bei den ersten freien Volkskammerwahlen erzielt die "Allianz für Deutschland" aus Ost-CDU, Demokratischem Aufbruch und der Deutschen Sozialen Union mit 48 Prozent der Stimmen einen überwältigenden Wahlsieg. Viele JU-Kreisverbände waren im Vorfeld in die noch bestehende "DDR" gereist, um den Wahlkampf vor Ort zu organisieren.

Noch vor der Wiedervereinigung schließen sich die JU und die CDJ auf dem Deutschlandtag in Leipzig im September zur Jungen Union Deutschlands zusammen.

Die zentrale Feier der JU zur Deutschen Einheit findet am 3. Oktober im mecklenburgischen Güstrow statt. Dabei spielten sich ergreifende Szenen ab: Viele Menschen, die mehr als vierzig Jahre Unterdrückung hinter sich hatten, weinten vor Freude. Für sie und die Junge Union ging es Herzenswunsch in Erfüllung.


1991

Der irakische Diktator Saddam Hussein überfällt Anfang des Jahres den Nachbarstaat Kuwait. Die Haltung der Jungen Union ist eindeutig: Sie verurteilt den Überfall und fordert internationale Solidarität mit Israel ein, das von Angriffen irakischer Scud-Raketen betroffen ist. Bundesweit organisieren Kreis- und Landesverbände der JU Demonstrationen gegen die Aggressionspolitik des irakischen Diktators.

Der Deutschlandtag in Trier steht ganz unter dem Eindruck der weltpolitischen Krisen. Unter dem Motto: "Wir sind ein Volk. Wir sind eine Welt!" diskutieren die Delegierten über die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, den beginnenden Bürgerkrieg im sich auflösenden Jugoslawien und den missglückten Putsch in der Sowjetunion. Hinsichtlich der Balkan-Krise macht JU-Chef Hermann Gröhe in der ältesten Stadt Deutschlands klar: "Wir stehen auf der Seite des Völkerrechts! Den Eroberungskrieg der Serben verurteilen wir aufs Schärfste."

1992

Auf einer Fachtagung mit der Überschrift "Scientology. Macht, Kommerz und Psychoterror im Namen der Religion" leistet die Junge Union im Sommer Aufklärungsarbeit über die totalitären Praktiken der umstrittenen Sekte. Das Fazit der eingeladenen Experten ist eindeutig: Die Ideologie der Scientologen sei ein Anschlag auf die freiheitliche Demokratie im Deckmantel der Religion.

Neben gesellschaftspolitischen Themen bildet die Umwelt- und Klimaschutzpolitik einen wesentlichen Schwerpunkt des JU-Engagements im Jahr 1992. So sprechen führende Vertreter der Jugendverbände mit dem damaligen Bundesumweltminister und späteren Chef des UN-Umweltprogramms Prof. Dr. Klaus Töpfer über die ungehinderte Abholzung des tropischen Regenwaldes und den zunehmenden Ausstoß gefährlicher Treibhausgase.

Der Deutschlandtag in Dillingen beschäftigt sich intensiv mit dem Prozess der euopäischen Integration nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Das zusammenwachsende Europa ist seit ihrer Gründung ein fester Bestandteil der Politik der Jungen Union.

1993

Eine Bundestagsrede von Stefan Schwarz, dem Landesvorsitzenden der Jungen Union Rheinland-Pfalz, sorgt für Gesprächsthema. Schwarz schildert die Eindrücke, die er während einer Reise ins jugoslawische Krisengebiet gewonnen hat. Detailliert berichtet er von den grausamen Foltermethoden der Serben und fordert den zögerlichen Bundesaußenminister Klaus Kinkel auf, endlich zu handeln und den massiven Menschenrechtsverletzungen nicht weiter zuzuschauen. Der Bundesvorstand der Jungen Union appelliert unter dem Slogan "Bosnien braucht Europas Einsatz - Jetzt!" dafür, den Gräueltaten auf dem Balkan ein Ende zu setzen.

1994

Im Bundestagswahlkampf startet die Junge Union eine ihrer kreativsten Kampagnen. Mehr als 150.000 "Scharp-Shaver" und überdimensionale Rasierer auf SPD-Parteiveranstaltungen sollen ironisch für eine "Politik ohne Bart" werben. Die Unionsparteien unter Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl gewinnen die Wahl gegen den sozialdemokratischen Herausforderer Scharping deutlich.

In der Kongresshalle am Berliner Alexanderplatz findet im November 1994 der Deutschlandtag statt. Neben Bundeskanzler Kohl sind die Bundesminister Angela Merkel und Matthias Wissmann, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen und die stellvertretende CSU-Vorsitzende Monika Hohlmeier zu Gast.

Klaus Escher tritt die Nachfolge von Hermann Gröhe an und wird zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Union gewählt.

Den ungewöhnlichsten Wahlsieg des Jahres erringt Marte Helberg. Die 19-jährige Beisitzerin eines JU-Ortsverbandes in Hamburg wird zur "Miss World Deutschland" gewählt.

1995

Seit September ist die Junge Union Deutschlands im Internet erreichbar und präsentiert ihre Politik unter der Adresse www.junge-union.de. Politische Arbeit, Mitgliedermobilisierung und Kampagnenführung der Jungen Union sind ohne dieses Medium heute kaum mehr denkbar.

Ganz im Zeichen des multimedialen Fortschritts steht auch der Deutschlandtag in Fulda, zu dem sich hunderte von Delegierten, Gäste und Journalisten versammeln und sich Gedanken über die Chancen und Risiken der globalen Informationsgesellschaft machen.

1996

Als ein Zeichen gelungener deutsch-polnischer Aussöhnung findet der Deutschlandtag in der sächsichen Grenzstadt Görlitz an der Oder statt. Die Auftaktrede hält ein christdemokratischer Vordenker, Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf.

1997

Zu Beginn des Jahres gründet sich in der belgischen Hauptstadt Brüssel die "Youth of the European People's Party" (YEPP) als Jugendorganisation der Europäischen Volkspartei. Gründungsvorsitzender war Frederik Reinfeldt, der spätere Ministerpräsident von Schweden.

Die Junge Union feiert ihr 50-jähriges Bestehen im Rahmen eines Festaktes in Königstein im Taunus, wo vor einem halben Jahrhundert die Jugendorganisation gegründet worden war. Die drei Gründungsmitglieder Richard Stücklen, Rudolf Luster und Rudolf Birkl sowie fast alle Bundesvorsitzenden der vergangenen 50 Jahre von Dr. Gerhard Stoltenberg über Dr. Egon Klepsch, Jürgen Echternach, Matthias Wissmann bis hin zu Dr. Christoph Böhr und Hermann Gröhe ließen es sich nicht nehmen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl betonte in seiner Festrede, dass die Zeit in der Jungen Union für ihn persönlich ein Stück seines Lebens sei. Die Junge Union habe alle Erfolge und Niederlagen der Partei mitgetragen.

1998

Unter dem prägnanten Slogan "Bleib cool - keep Kohl!" zieht die Junge Union in den Bundestagswahlkampf. Zehntausende JUler stehen an den Wahlkampfständen, gehen von Tür zu Tür, klebten Plakate, organisieren Partys, treten als aussichtsreiche Kandidaten in den Wahlkreisen für CDU und CSU an - und trotzdem verliert die Union am 27. September die Bundestagswahl. Die 16-jährige Ära Kohl endet und mit ihr die Position der JU als "Regierungsjugend".

Auf dem Deutschlandtag im oberpfälzischen Weiden kommt es zu einem historischen Führungswechsel: Mit Hildegard Müller steht erstmals eine Frau an der Spitze der größten politischen Jugendorganisation Europas. In ihrer ersten Rede als JU-Chefin formulierte sie den Anspruch der jungen Generation: "Wir werden uns weiterhin einmischen, wir werden weiterhin Stachel sein und Motor für die Reformen und die Modernisierung der CDU." Erstmals hält Dr. Wolfgang Schäuble in seinem neuen Amt als CDU-Vorsitzender ein Grußwort.

1999

Die Bundesgeschäftsstelle der JU zieht von Bonn nach Berlin. Hildegard Müller bemerkt dazu: "In Berlin pulsiert das Leben. Dass wir noch vor der CDU-Bundespartei in die Hauptstadt ziehen, bekräftigt unsere Vorreiterolle innerhalb der Union. Die eigene organisatorische Struktur ist auch Zeichen unserer freundschaftlichen Unabhängigkeit von den Mutterparteien."

Die erste "Untermieterin" in der JU-Bundesgeschäftsstelle ist die damalige CDU-Generalsekretärin Dr. Angela Merkel. Die heutige Bundeskanzlerin unterhält bis zum Umzug der CDU-Zentrale ein provisorisches Büro in der Inselstraße.

Im Februar gewinnt der ehemalige stellvertretende JU-Chef Roland Koch die Landtagswahl in Hessen und löst damit die seit Jahren in Wiesbaden regierenden Sozialdemokraten ab.

Während des Deutschlandtages in der thüringischen Kulturstadt Weimar legt die Junge Union den Grundstein für eine Debatte über eine neue generationengerechte und nachhaltige Politik. In einem thematischen Schwerpunkt erinnert das JU-Magazin "Die Entscheidung" an den Fall der Mauer vor zehn Jahren.

2000

Berichte über finanzielle Ungereimtheiten der CDU bestimmen die Nachrichtenlage zu Beginn des neuen Jahrtausends. Der Rücktritt Wolfgang Schäubles vom CDU-Partei und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzes sorgt für eine Zäsur. Im Hinblick auf den CDU-Parteitag in Essen betont die JU-Bundesvorsitzende Hildegard Müller, dass die Junge Union deutliche Schritte hin zu einer programmatischen, strukturellen und personellen Erneuerung einfordern werde: "Das ist die Stunde der Jungen in der Union. Wir werden sie nutzen. Die Christdemokratie bleibt das faszinierenste politische Projekt des neuen Jahrtausends."

Mit Tanja Gönner, Hildegard Müller, Katherina Reiche und Philipp Mißfelder werden in Essen vier JU-Mitglieder in den CDU-Bundesvorstand gewählt, um die Interessen der jungen Generation zu vertreten.

Den Höhepunkt des JU-Jahres bildet Ende des Jahres der Deutschlandtag in Koblenz. Als Gastrednerin konnte die Junge Union die neugewählte CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel begrüßen.


2001

Zu Beginn des Jahres startet der JU-Bundesverband unter dem Motto "Mensch wach auf" eine groß angelegte Kampagne gegen Gewalt. Ähnlich wie das Internet-Spiel "Schwarzwild" wurde die Aktion ein großer Erfolg.

Der September steht nicht nur für die Junge Union ganz im Zeichen der Solidarität und Trauer mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Islamistische Terroristen haben am 11. September mit menschenverachtenden und verheerenden Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington D.C. die westliche Welt in einen Schockzustand versetzt. Auf ihrer Internetseite richtet die Junge Union ein Kondolenzbuch ein, dass in gedruckter Form auf dem Deutschlandtag in Heilbronn an Ruth Hall vom Generalkonsulat der USA übergeben wird.

Die CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz, der Chef der bayerischen Staatskanzlei Erwin Huber und der jetzige Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble bekräftigen auf der JU-Tagung die Solidarität mit den USA, verurteilen die feigen Anschläge und sprechen sich für eine Aufstockung der polizeilichen und militärischen Mittel aus.

2002

Gegen den anti-amerikanischen Tonfall des SPD-Wahlkampfes veranstaltet die Junge Union anlässlich des Besuches von US-Präsident George W. Bush in Berlin eine Sympathie-Kundgebung am Checkpoint Charlie. Sie erinnert damit an die Unterstützung der USA während des Kalten Krieges und der deutschen Teilung.

Erstmals seit dem Wahlkampf 1980 organisieren CDU, CSU und Junge Union wieder ein gemeinsames Sommercamp. Im westfälischen Geseke versammeln sich über 750 JUler und zahlreiche junggebliebene Unionisten um sich auf die heiße Phase des Wahlkampfes einzustimmen. Trotz guter Ideen wie dem Internet-Spiel "bundesstrand.de" verlieren die Unionsparteien mit ihrem Kanzlerkandidaten Dr. Edmund Stoiber erneut die Bundestagswahl.

Im Oktober kommt es zu einem Führungswechsel an der Spitze des Bundesverbandes. Als Nachfolger von Hildegard Müller wird der damals 23-jährige Philipp Mißfelder auf dem Deutschlandtag in Düsseldorf zum bisher jüngsten JU-Chef gewählt.

2003

Im Frühjahr gewinnen zwei ehemalige JU-Bundesvorstandsmitglieder die Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen. Christian Wulff wird Ministerpräsident in Hannover, Roland Koch verteidigt sein Amt in Wiesbaden.

Henryk Wichmann, Redaktionsmitglied der ENTSCHEIDUNG, wurde 2002 während seines Ein-Mann-Wahlkampfes in der Uckermark vom Regisseur Andreas Dresen begleitet und im Zuge des 2003 erschienenen Films "Herr Wichmann von der CDU" schlagartig bundesweit bekannt.

Die ENTSCHEIDUNG, bundesweites Mitglieder-Magazin der JU, begeht ihren 50. Geburtstag.

Ein Interview mit Philipp Mißfelder im Berliner Tagesspiegel sorgt im politischen Sommerloch 2003 für Aufregung. Da der Inhalt des Gespräches in den Medien nur verkürzt wiedergegeben und auf die Formulierung "Streichung von Hüftgelenken für 85-jährige" reduziert wird, stehen die JU und ihr Bundesvorsitzender im Fadenkreuz massiver Kritik. JU-Chef Mißfelder schreibt dazu in seiner ENTSCHEIDUNGs-Kolumne: "Es ist uns als Jugendverband in den vergangenen Wochen gelungen, ein Thema auf die Titelseiten zu katapultieren - im Interesse unserer Generation. Wenn es denn so ist, dass wir in Zukunft für unzählige politische Zwänge und Fehler der heutigen Politikergeneration aufkommen müssen, so verlangen wir zumindest eine schonungslose Darlegung dessen, was uns erwartet. Wir, die wir in den kommenden Jahren Berufseinstieg, Familienbildung, Existenzgründung und vieles mehr bewältigen werden, wollen nicht als "lost generation" enden."
Tatsächlich besetzt die Junge Union in der bis heute andauernden Reformdiskussion das Thema Generationengerechtigkeit wie keine andere politische Organisation.

Zum Deutschlandtreffen der Jungen Union reisen über 650 JUler aus dem ganzen Land nach Berlin. Im Foyer des Konrad-Adenauer-Hauses schildert Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl aus erster Hand jene Geschehnisse, die zur Deutschen Einheit geführt haben. Zuvor waren die zahlreichen Gäste von der CDU-Vorsitzenden Dr. Angela Merkel in der Parteizentrale empfangen worden.

Unter der Überschrift "Vordenken. Unser Land in 20 Jahren" fordert die Junge Union auf dem Deutschlandtag in Cottbus eine größere Reformbereitschaft von der Politik. Großen Applaus erntet am dritten Tag des Jahrestreffens der bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, der bei den Landtagswahlen in seinem Bundesland eine bisher einmalige Zwei-Drittel-Mehrheit eingefahren hatte.

2004

Zum Jahreswechsel meldet sich eine sehr erfolgreiche JU-Kampagne zurück: BLACK IS BEAUTIFUL! Auf einer eigens eingerichteten Internetseite informiert der Bundesverband seither über das "Lebensgefühl JU". Eine ganze Reihe passender Werbematerialien steht dort zur Verfügung: Von BLACK-Schlüsselbänder, BLACK-Anstecker bis hin zum BLACK-Kondom ist im Online-Shop alles zu haben, was das JU-Herz begehrt. Auch BLACK-Model Klara trägt dazu bei, dass BLACK IS BEAUTIFUL an den Erfolg der Kampagne aus den 1970er Jahren anknüpfen konnte.

Infolge der Erweiterung des Europäischen Union vertieft die JU die Beziehungen zu ihren östlichen Partnerverbänden wie der "Res Publica Juventus" aus Estland, der "Nova Generacia" aus der Slowakei oder der "Fidelitas" aus Ungarn.

Am 12. September geht die neugestaltete Homepage ins Netz. Übersichtlicher, innovativer und dynamischer verfügt sie seitdem auch über einen professionellen Online-Shop, über den alle Produkte der BLACK-Kampagne und der BLAUEN LINIE bestellt werden können.

Auf dem Deutschlandtag in Oldenburg (22. bis 24. Oktober 2004) fordert die JU in ihrem Leitantrag "Vordenken. Deutschland entrümpeln" umfassende Strukturreformen in den 4 Bereichen Arbeitsmarkt, Föderalismus, öffentliche Verwaltung und politisches Entscheidungsystem. Als Gastredner wird Altkanzler Dr. Helmut Kohl von den über 300 Delegierten begeistert empfangen. Auch ein neuer Bundesvorstand wird gewählt.

2005

Nach peinlichen Abstimmungsniederlagen fordern hunderte JUler unter dem Motto "Wirf das Handtuch, Heide!" die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin zum Rücktritt auf und schicken Handtücher in die Kieler Staatskanzlei. Der Anfang vom Ende der rot-grünen Koalition deutet sich an. Im Mai gewinnt die CDU die Landtagswahl in NRW, die SPD-geführte Bundesregierung rettet sich in der Ankündigung von Neuwahlen. Die Junge Union richtet sich dementsprechend auf einen kurzen, aber sehr heftigen Sommerwahlkampf ein. Nur knapp können sich die Unionsparteien gegen die SPD durchsetzen. Es kommt zur Bildung einer Großen Koalition.

In Augsburg findet vom 21. bis 23. Oktober 2005 der Deutschlandtag statt. Unter dem Motto "Politik neu begründen" wird die Tagung zum Schauplatz einer notwendigen Debatte über das schlechte Abschneiden von CDU und CSU. Zudem verabschieden die Delegierten ein Positionspapier, in dem die künftige Vermittlung des inhaltlichen Wertegerüsts der Union diskutiert wird. Als Gäste sprechen u.a. Dr. Markus Söder, Dr. Theo Waigel, Dr. Edmund Stoiber, Dr. Norbert Lammert, Friedrich Merz und Dr. Angela Merkel in der Kongresshalle.

2006

Mit einem Deutschlandtreffen unterstützt die JU das frühere Bundesvorstandsmitglied Dr. Friedbert Pflüger im Abgeordnetenhauswahlkampf in Berlin. Gemeinsam mit Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, dem Bundesvorsitzenden der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff und JU-Chef Philipp Mißfelder engagieren sich die angereisten Jungunionisten für einen politischen Wechsel in der Hauptstadt.

Auf dem Deutschlandtag , der vom 20. bis 22. Oktober 2006 in Wiesbaden stattfand, diskutieren die Delegierten unter dem Motto "Verantwortung übernehmen" über die Zukunft von Familie und Arbeitswelt. Zudem wird ein neuer Bundesvorstand gewählt. Als Gäste sprechen u.a. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Hessens Ministerpräsident Roland Koch, die Bundesminister Dr. Franz Josef Jung und Michael Glos sowie CSU-Generalsekretär Dr. Markus Söder im Kurhaus der hessischen Landeshauptstadt.

2007

Auf dem Filmpolitischen Empfang der Jungen Union am Potsdamer Platz anlässlich der Berlinale nimmt Kulturstaatssekretär Bernd Neumann als Gastredner vorweg, was sich später bei der Oscar-Verleihung bestätigen sollte: Filme aus Deutschland sind wieder international erfolgreich. Der Filmempfang selbst ist längst zu einer in der Filmbranche etablierten Veranstaltung geworden.

Gleiches gilt für den Frühlingsempfang der ENTSCHEIDUNG, zu dem auch in diesem Jahr zahlreiche Spitzenkräfte aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Einladung in die EADS-Repräsentanz in Berlin folgen.

Am 1. September feiert die Junge Union Deutschlands ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Herzen der deutschen Hauptstadt in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor.

In einer seiner letzten Reden als bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender skizziert Dr. Edmund Stoiber die spannende Geschichte der größten politischen Jugendorganisation Europas und zieht ein Fazit seines eigenen Lebens in der Politik. Der hessische Innenminister Volker Bouffier stellt im Rahmen des Festaktes das Jubiläumsbuch "60 Jahre Junge Union Deutschlands" vor, das auf mehr als 300 Seiten mit zum Teil unveröffentlichten Fotos einen interessanten Einblick in die JU-Aktivitäten der vergangenen sechs Jahrzehnte bietet.

Vom 19. bis zum 21. Oktober findet im spektakulären Innenraum des DaimlerAtriums in Berlin der Deutschlandtag der Jungen Union statt. Am modernsten Platz Europas setzt die JU Maßstäbe für Großveranstaltungen von Jugendverbänden. Gefeierte Gastredner sind der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, der neugewählte CSU-Vorsitzende Erwin Huber, der bayerische Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten Dr. Markus Söder und Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble.

2008

Bei der bayerischen Landtagswahl fährt die CSU herbe Verluste ein. Horst Seehofer beerbt Günther Beckstein und Erwin Huber in ihren Ämtern. Als neuer Ministerpräsident Bayerns wird Seehofer auch zum CSU-Chef gewählt. Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg steht ihm als Generalsekretär zur Seite. Ihn erwartet kurze Zeit später ein weiterer Karrieresprung.

Der Deutschlandtag findet vom 7. - 9. November im Europapark Rust statt. Mehr als 1.000 Delegierte, Gäste und Journalisten stürmen die Hotels und Fahrgeschäfte des größten saisonalen Freizeitparks der Welt. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger stimmen die JUler auf das Superwahljahr 2009 ein.

Philipp Mißfelder wird mit großer Mehrheit in seinem Amt als JU-Bundesvorsitzender bestätigt. Insgesamt wird der Bundesvorstand im Zuge der Neuwahlen jünger und weiblicher.

2009

Mit dem Deutsch-Französischen Freundschaftstreffen am 10. Mai in Berlin richtet die Junge Union Deutschlands im Vorfeld der Europawahl eine der größten Veranstaltungen in ihrer Geschichte aus. 3.000 Menschen verfolgen gespannt die Reden des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und der deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Herzen des Sony-Center am Postdamer Platz. Das Treffen wird zu einem eindrucksvollen Symbol der tiefen Partnerschaft beider Länder.

Fotos des Deutsch-Französischen Freundschaftstreffens auf flickr

Auf dem Frühlingsempfang präsentiert JU-Chef Philipp Mißfelder eine Unterstützungskampagne zur Wiederwahl des beliebten Bundespräsidenten Prof. Dr. Horst Köhler. Köhler setzt sich am 23. Mai im ersten Wahlgang gegen seine SPD-Konkurrentin Gesine Schwan durch.

Fotos des Frühlingsempfangs 2009

Der frisch gebackene Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Thedor zu Guttenberg, mit 37 Jahren gerade erst dem JU-Alter entwachsen, wird schlagartig zu einem der beliebtesten Politiker der Republik. Als Gastredner auf dem Wirtschaftskongress von Junger Union und MIT in Düsseldorf begeistert er Unternehmer und Arbeitnehmer zugleich.

Fotos des Wirtschaftskongresses von JU und MIT

Erstmals ist die Junge Union mit einem eigenen Stand auf Europas größter Computerspielmesse, der gamescom in Köln, präsent und spricht sich dort klar gegen oberflächliche Verbotsdiskussionen aus.

Fotos von der gamescom in Köln

Auch am 48. Jahrestag des Mauerbaus erinnert die JU vor der Zentrale der SED-Fortsetzungspartei "Die Linke" an die Verbrechen der "DDR" und des Ministeriums für Staatssicherheit. Bundesweit finden sich JUler am 13. August zum Protest gegen die SED-Erben ein.

Fotos der deutschlandweiten Aktionen

Motiviert bestreitet die Junge Union den Bundestagswahlkampf und bietet eigenständige Werbemittel an. Erstmals werden Twitter, Facebook, Youtube und die VZ-Netzwerke intensiv als Kampagneninstrumente genutzt. Das Wahlergebnis am 27. September trifft den Geschmack der JU: Statt einer Großen Koalition wird künftig eine Bündnis aus Union und FDP Deutschland regieren.

In Münster findet vom 16. - 18. Oktober ein Jahr vor der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen der Deutschlandtag 2009 statt.

2010

Die Junge Union Deutschlands probiert neue Formate wie die JU-Sommerdebatte an der Technischen Universität Berlin aus, auf der sich die Podiumsgäste Dr. Peter Gauweiler MdB, Prof. Dr. Peter Bofinger, Dr. Rafael Seligmann, dem JuLi-Vorsitzende Lasse Becker und Prof. Dr. Michael Stürmer ohne einengende Moderation über die politische Lage im In- und Ausland austauschen.

Als große Sonderveranstaltung trägt das Deutschlandtreffen mit Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit am 2. Oktober 2010 in Berlin zur Positionierung der Jungen Union beigetragen. Mehrere hundert JUler folgen der Einladung in das Konrad-Adenauer-Haus in Berlin und feiern nach der Rede von Minister Guttenberg gemeinsam in den Tag der Deutschen Einheit.

In Potsdam findet vom 15.-17. Oktober der Deutschlandtag statt. Unter dem Motto: "Zukunft: Familie." diskutierten die Delegierten unter anderem mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der Ministerin für Arbeit und soziales, Dr. Ursula von der Leyen. Außerdem wurde turnusgemäß ein neuer Bundesvorstand gewählt, der mit einer Frauenquote von 45,45 Prozent der bislang weiblichste in der Geschichte der Jungen Union ist.

Die Junge Union startet die Mitgliederwerbekampagne „Deine Stimme. Dein Land. Deine Junge Union.“ Und vergibt erstmals das JU-Netzteil für die eifrigsten Verbände bei Twitter sowie den JU-Pokal für den Landesverband mit der besten Mitgliederbilanz


2011

Der Deutschlandrat der Jungen Union in München beschließt, den 12. November als Tag der Solidarität mit der Bundeswehr im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Bei Facebook wird die Seite „12. November – Tag der Solidarität für die Bundeswehr“ gegründet, wo über aktuelle Veranstaltungen berichtet wird.

Für die laufenden Landtagswahlkämpfe wird die Kampagne „Grün? Kannste knicken“ aufgelegt, die über die wirtschafts- und spaßfeindliche Politik der Grünen aufklärt. Die Werbemittel mit den charakteristischen Werbemitteln finden reißenden Absatz. Dennoch geht mit Baden-Württemberg ein Stammland der Union an die Grünen verloren, die erstmals einen Ministerpräsidenten in Deutschland stellen.

Als große internationale Veranstaltung richtet die Junge Union Deutschlands im Mai 2011 den alle zwei Jahre stattfindenden Kongress der Youth of the European People´s Party (YEPP) aus und setzt organisatorische Maßstäbe. Mehr als 300 Gästen von unseren europäischen Partnerverbänden wird vier Tage lang ein anspruchsvolles Programm geboten, an dem mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB, Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert MdB, Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble MdB, EU-Energiekommissar Günther Oettinger, dem EVP-Vorsitzenden Dr. Wilfried Martens und dem Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, auch zahlreiche prominente Redner teilnehmen. Die europäische Finanzkrise spielt beim YEPP-Kongress die inhaltliche Hauptrolle. Der von der Jungen Union eingebrachte Leitantrag „How to finance the European Union in the 21th century?“, der unter anderem eine solidere Haushaltspolitik von den EU-Mitgliedsstaaten einfordert, wird dabei mit großer Mehrheit beschlossen.

Ein besonderes Ereignis stellt 2011 Jahr der Besuch von Papst Benedikt XVI. in der Bundesrepublik Deutschland dar. Aus diesem Anlass veranstaltet die JU eine Podiumsdiskussion unmittelbar am Brandenburger Tor, bei der hochkarätige Teilnehmer wie der ehemalige polnische Außenminister und heutige Staatssekretär Wladyslaw Bartoszewski, Prälat Dr. Wilhelm Imkamp, Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis und SPIEGEL-Journalist Matthias Matussek zu Gast sind. Im Anschluss besteht für alle Teilnehmer die Möglichkeit, die Messe des Heiligen Vaters im Berliner Olympiastadion zu besuchen.

2012

Unter dem Motto „Platz für Ideen schaffen – Überzeugungen verteidigen!“ wird auf dem Deutschlandtag in Rostock das neue Grundsatzprogramm der Jungen Union verabschiedet. Im Verlauf der insgesamt sieben Sitzungen der Grundsatzprogrammkommission haben der Bundesvorstand und die Landesvorsitzenden das Gespräch mit Vertretern von CDL, LSU, RCDS, SU, der DGB-Jugend, des Juniorenkreises des Wirtschaftrates und der jungen CDA gesucht. Es wird mit ausgewiesenen Internetexperten diskutiert, bei der Reagan-Lecture am Checkpoint Charlie mit dem US-amerikanischen Botschafter Philip D. Murphy frühmorgens den Wert der Freiheit betont, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel MdB, Bundesumweltminister Peter Altmaier MdB, Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière MdB, den CSU-Ehrenvorsitzenden Dr. Edmund Stoiber und ifo-Präsident Professor Dr. Hans-Werner Sinn zum Gedankenaustausch getroffen. Am Ende des Prozesses blickt die Junge Union auf ereignisreiche Sitzungen und eine Beschlussvorlage zurück, die innerhalb der Jungen Union so intensiv wie kein zweiter Leitantrag diskutiert worden ist – nicht zuletzt auch im Netz, wo mit www.grundsatzprogramm2012.de jedem JU-Mitglied eine Partizipationsmöglichkeit offensteht.

Die Modernisierung des Internetangebotes der Jungen Union setzt 2012 mit dem Relaunch von entscheidung.de und deutschlandtag.de zwei wichtige Schlaglichter.

Zur 65-Jahr-Feier der JU versammeln sich Aktive, Freunde und alte Weggefährten am historischen Gründungsort im Kurhaus von Königstein im Taunus, um Anekdoten und Geschichten auszutauschen, aber auch künftige Herausforderungen zu debattieren. Die illustre Gesprächsrunde mit Bundestags-Alterspräsident Professor Dr. Heinz Riesenhuber MdB, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe MdB, Bundesminister a.D. Friedrich Bohl und Moderator Dr. Hugo Müller-Vogg wird durch eine stimmungsvolle Rede von Bundestags-Vizepräsident Eduard Oswald MdB festlich abgerundet.

Im Zuge des Deutschlandrates in Paderborn hält EU-Kommissionspräsident José Manuel Durão Barroso in der vollbesetzten Theologischen Fakultät eine überzeugende Rede zur Zukunft der Europäischen Union in Zeiten der Finanzkrise und begeistert damit die Teilnehmer der JU-Veranstaltung aus der ganzen Republik.

2013

Das Wahljahr wird durch den Filmempfang eröffnet, zu dem die JU Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert MdB begrüßen kann. Fußballpolitische Akzente setzt dagegen der Deutschlandrat in Marburg, auf dem der ehem. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Hessens Innenminister Boris Rhein und ein Fanvertreter von „Unsere Kurve“ über Fankultur diskutieren. Das Programm wird von einer Lageeinschätzung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier MdL abgerundet.

Erneut richtet die Junge Union ein Spitzentreffen junger europäischer Politiker aus. Beim YEPP-Working-Day versammeln sich in Berlin mehr als 60 Nachwuchskräfte aus der Jungen Europäischen Volkspartei und diskutieren u.a. mit Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière über die Zukunft der europäischen Union.

Im Mai feiert die ENTSCHEIDUNG, das Magazin der Jungen Union, ihren 65. Geburtstag mit einem großen Frühlingsempfang am Potsdamer Platz in Berlin. Das JU-Blatt ist damit eine der ältesten, durchgehend erscheinenden Publikationen in Deutschland. Als Gastredner würdigt Unions-Fraktionschef Volker Kauder MdB die Verdienste der ENTSCHEIDUNG.

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